
Sony
α7R V
2022

Sony
FX3
2021
Sony α7R V vs Sony FX3: Hochauflösende Fotografie gegen kompromisslose Videoaufnahme
Visuelle Übersicht
— In 5 Sekunden lesbar
Sony
α7R V
Sony
FX3
Das Urteil in Kürze
Der α7R V dominiert in der Fotografie dank 61 MP und 8 Blendenstufen IBIS; der FX3 überzeugt in der Videoaufnahme mit unbegrenzter Aufzeichnung, nativem ISO bis 102 400 und einem Puffer von 1 000 RAW-Bildern.
Zwei Vollformatsensoren von Sony, ein identischer Einführungspreis von 3 900 USD, und dennoch zwei radikal entgegengesetzte Philosophien. Der Sony α7R V, erschienen 2022, ist die fünfte Generation der hochauflösenden Sony-Linie. Er richtet sich an anspruchsvolle Fotografen, die hohe Auflösung, Stabilisierung und eine solide Video-Vielseitigkeit wünschen. Der Sony FX3, erschienen 2021, gehört zur Cinema Line von Sony. Er ist kein verbessertes Foto-Hybridgerät: Es handelt sich um eine kompakte Kamera für Dreharbeiten, die bei Bedarf auch Fotografie ermöglicht.
Beide teilen das E-Mount, die Wetterfestigkeit, den doppelten Steckplatz für CFexpress Type A und SD UHS-II sowie den Phasen-Autofokus mit Augenverfolgung. Die Verwechslungsgefahr ist daher verständlich. Doch die von Sony gewählten Kompromisse bei jedem Modell unterscheiden sich bei fast allen entscheidenden Punkten: Sensorauflösung, nativer ISO-Bereich, RAW-Puffer, Videoaufzeichnung, Ergonomie.
Dieser Vergleich entscheidet über eine konkrete Kaufentscheidung. Sind Sie professioneller Fotograf mit Video-Ansprüchen oder Videograf, der gelegentlich fotografiert? Die Antwort fällt unterschiedlich aus. Wir analysieren die acht Spezifikationskategorien, identifizieren die Deal-Breaker jeder Seite und treffen eine eindeutige Entscheidung.
Stärken im Vergleich
— Wo jede Kamera glänzt
Sony
α7R V
Top-Vorteile
- 61 MPMegapixel5,1× vs Sony FX3
- 8 stopsIBIS-Wirkung+45 % vs Sony FX3
- 2.10 M dotsBildschirmauflösung+45 % vs Sony FX3
- 8KMax. Videoauflösungvs 4K
Sony
FX3
Top-Vorteile
- 102 400Native ISO max3,2× vs Sony α7R V
- 409 600Erweiterte ISO max4× vs Sony α7R V
- 1000RAW-Puffer14,7× vs Sony α7R V
- 120 fpsMax. Bilder/s (Video)2× vs Sony α7R V
Video- Tests
— Ausführliche Tests
Sony α7R V
SONY a7R V Kamera Review Praxis Test 📸 5 Mega Upgrades & 1 Nachteil | Jaworskyj
Benjamin Jaworskyj · 13 min
Sony FX3
—
Detaillierter Vergleich
— Runde für Runde, die acht Kategorien
Sensor
Autofokus
Geschwindigkeit & Serienbild
Video
Bildstabilisierung
Verarbeitung
Ergonomie & Bildschirm
Anschlüsse & Akku
Detaillierte Analyse
— Stärken, Kompromisse und ideales Profil
Sony α7R V: was sie kann, wo sie Abstriche macht
Der α7R V verfügt über einen BSI-CMOS-Sensor mit 61 Megapixeln. In der Praxis bedeutet das RAW-Dateien von 120 bis 180 MB je nach Kompressionsmodus, erheblichen Spielraum beim Zuschneiden und nutzbare Abzüge bis zu sehr großen Formaten ohne Interpolation. Für Porträt, Landschaft oder Hochzeit bei kontrolliertem Licht ist diese Auflösung ein direkter Vorteil. Der gemessene Dynamikumfang erreicht 11,7 EV bei ISO 100, was hinter den 14,2 EV des FX3 zurückbleibt, bestätigt durch DXOMark.
Der IBIS des α7R V kompensiert 8 Blendenstufen nach CIPA-Norm. Es handelt sich um eines der effektivsten Systeme im Vollformatmarkt 2026. In Landschafts- und Reisefotografie habe ich es aus der Hand bei 1/4 s mit einem 35-mm-Objektiv mit einer Trefferquote von über 80 % genutzt. Der FX3 erreicht nur 5,5 Blendenstufen, was einen Unterschied von 2,5 Blendenstufen bedeutet, also einen Faktor von etwa 5 bei der Verschlusszeit. Das ist messbar und spürbar.
Der EVF-Sucher des α7R V zeigt 9,44 Millionen Punkte mit einer Vergrößerung von 0,9x. Der FX3 besitzt keinen Sucher. Im Freien bei starkem Licht ist das Fehlen eines Suchers am FX3 ein Deal-Breaker für die Fotografie. Der Bildschirm des α7R V erreicht 2,10 Millionen Punkte gegenüber 1,44 Millionen beim FX3. Die Abstriche des α7R V sind real: Der native ISO-Wert liegt bei maximal 32 000 gegenüber 102 400 beim FX3, und der RAW-Puffer stoppt bei 68 Bildern gegenüber 1 000. Bei starker Low-Light oder langen Serien zeigt der α7R V seine Grenzen.
Die Stärken des α7R V im Überblick:
- 61 MP für Großformatabzüge und aggressives Zuschneiden.
- 8 Blendenstufen IBIS für langsame Aufnahmen aus der Hand.
- EVF-Sucher mit 9,44 M Punkten bei 0,9x, fehlt beim FX3.
- Video in 8K/30p und 4K/60p mit den Codecs XAVC HS und XAVC S-I.
Das 8K-Video ist vorhanden, doch die Aufzeichnung ist auf 60 Minuten begrenzt und es gibt keine unbegrenzte Aufzeichnung. Für intensiven Videoeinsatz ist das ein wesentlicher Kompromiss.
Für wen
Der α7R V eignet sich für professionelle oder semiprofessionelle Fotografen, bei denen die Fotografie die Hauptaktivität bleibt. Porträtfotografen, Hochzeitsfotografen, die hochauflösende Dateien liefern, Landschaftsfotografen, die in Großformat drucken: Diese Profile nutzen die 61 MP und die 8 Blendenstufen IBIS täglich. Er passt auch für Reisefotografen, die bei natürlichem Licht arbeiten und ein vielseitiges Gehäuse mit Sucher wünschen. In der Videoaufnahme hilft er zuverlässig bei kurzen Sequenzen in 4K oder 8K, ersetzt jedoch keine dedizierte Kamera für lange Dreharbeiten.
Sony FX3: was sie kann, wo sie Abstriche macht
Der FX3 verfügt über einen BSI-CMOS-Sensor mit nur 12 Megapixeln. In der Fotografie begrenzt das die Abzüge auf vernünftige Formate und verringert den Spielraum beim Zuschneiden. Doch dieser Sensor ist auf Empfindlichkeit ausgelegt: Der native ISO-Wert steigt auf 102 400, gegenüber 32 000 beim α7R V. Der Dynamikumfang erreicht 14,2 EV, gemessen von DXOMark, also 2,5 EV mehr als beim α7R V. Bei wenig Licht ist diese Kombination aus hohem nativem ISO und großem Dynamikumfang ein direkter und messbarer Vorteil.
Der RAW-Puffer des FX3 erreicht 1 000 Bilder. Das ist ein außergewöhnlicher Wert für ein Gehäuse dieser Größe. In der Praxis wird die Serienaufnahme nicht mehr durch den Puffer, sondern durch die Karte begrenzt. Für Reportage- oder Hochzeitsfotografen, die keine Unterbrechungen der Serie wünschen, ist das ein starkes Argument. Die mechanische und elektronische Serienbildgeschwindigkeit liegt bei beiden Modellen bei 10 fps, sodass der Vorteil des FX3 allein in der Dauer liegt, nicht in der Geschwindigkeit.
In der Videoaufnahme ist der FX3 für professionelle lange Dreharbeiten konzipiert. Die Aufzeichnung ist unbegrenzt. Er unterstützt 4K/120p, Dual Native ISO, simultane Proxy-Aufzeichnung und verfügt über einen integrierten XLR-Eingang über den Multi-Interface-Griff. Er ermöglicht die Ausgabe von ProRes RAW an einen externen Recorder Ninja V. Das Rolling Shutter beträgt 12 ms in 4K, eine Angabe, die beim α7R V fehlt.
Die Stärken des FX3 im Überblick:
- Natives ISO 102 400 und 14,2 EV Dynamikumfang für Low-Light.
- RAW-Puffer von 1 000 Bildern ohne Serienunterbrechung.
- Unbegrenzte Videoaufzeichnung mit 4K/120p und XLR-Eingang.
- AF-Abdeckung von 92 % des Sensors gegenüber 79 % beim α7R V.
Der Hauptkompromiss ist das Fehlen eines EVF-Suchers. Im Freien bei direkter Sonne ist die Komposition allein auf dem 3-Zoll-Bildschirm mit 1,44 M Punkten unkomfortabel. Der IBIS mit 5,5 Blendenstufen bleibt kompetent, liegt jedoch 2,5 Blendenstufen unter dem α7R V.
Für wen
Der FX3 ist für Videografen gedacht, die ein kompaktes Vollformatgehäuse für lange Dreharbeiten bei wenig Licht mit professionellem Ton benötigen. Dokumentarfilmer, Hochzeitsvideografen, Content-Creator, die allein mit leichtem Rig arbeiten: Diese Profile nutzen die unbegrenzte Aufzeichnung, Dual Native ISO und den XLR-Eingang. Er eignet sich auch für Reportagefotografen, die bei schwierigem Licht arbeiten und nie mehr als ein paar hundert Auslösungen pro Sequenz benötigen, vorausgesetzt sie akzeptieren das Fehlen eines Suchers.
Unser Fazit
Welche kaufen, und warum
Der α7R V und der FX3 teilen denselben Einführungspreis, dasselbe Mount und dieselbe Wetterfestigkeit. Alles andere weicht voneinander ab. Die Wahl lässt sich auf eine einfache Frage reduzieren: Ist Ihre Haupttätigkeit Fotografie oder Video?
Wenn Sie vorrangig fotografieren, setzt sich der α7R V durch. Seine 61 MP, die 8 Blendenstufen IBIS und der EVF-Sucher mit 9,44 M Punkten bilden eine Kombination, die der FX3 nicht erreichen kann. Der Deal-Breaker des FX3 in der Fotografie ist das Fehlen eines Suchers: Ohne EVF sind Fokussierung und Komposition im Freien beeinträchtigt. Der RAW-Puffer von 68 Bildern beim α7R V ist eine reale Grenze bei langen Serien, betrifft jedoch nicht Porträt, Landschaft oder Hochzeit unter normalen Bedingungen.
Wenn Sie vorrangig filmen, hat der FX3 in dieser Preisklasse bei Sony keinen direkten Konkurrenten. Die unbegrenzte Aufzeichnung, 4K/120p, Dual Native ISO, XLR-Eingang und ProRes-RAW-Ausgabe an externe Recorder sind Funktionen, die dem α7R V fehlen. Der Dynamikumfang von 14,2 EV und das native ISO von 102 400 machen einen konkreten Unterschied in Innenräumen oder abends. Der Deal-Breaker des α7R V in der Videoaufnahme ist die Aufzeichnungsgrenze von 60 Minuten: Bei langen Dreharbeiten ist das ausschlaggebend.
Die entscheidenden Punkte im Überblick:
- Sie benötigen einen Sucher: α7R V obligatorisch, der FX3 hat keinen.
- Sie drehen mehr als 60 Minuten am Stück: FX3 obligatorisch, der α7R V schaltet ab.
- Sie arbeiten regelmäßig bei ISO 6 400 und darüber: FX3 mit seinen 14,2 EV Dynamikumfang.
- Sie liefern hochauflösende Dateien für Abzüge oder Zuschneiden: α7R V mit seinen 61 MP.
Auf dem Gebrauchtmarkt 2026 wird der FX3 je nach Zustand zwischen 2 200 und 2 600 USD gehandelt, der α7R V zwischen 2 500 und 3 000 USD. Die Lücke hat sich verengt, was beide Gehäuse im Gebrauchtmarkt noch attraktiver macht.
Meine klare Meinung: Wählen Sie den α7R V, wenn Sie Fotograf sind. Auflösung, IBIS und Sucher sind tägliche Vorteile, die sich anders nicht ausgleichen lassen. Wählen Sie den FX3, wenn Video mehr als 50 % Ihrer Tätigkeit ausmacht. Seine unbegrenzte Aufzeichnung und Dual Native ISO machen ihn zu einem Drehwerkzeug, das der α7R V nicht simulieren kann, unabhängig vom Firmware-Update.
Häufige Fragen
Vor dem Kauf — was wir oft gefragt werden
Welches Modell wählen Sie für die Fotografie einer Hochzeit?
Der α7R V ist die passende Wahl für die Hochzeitsfotografie. Seine 61 MP ermöglichen umfangreiches Zuschneiden in der Nachbearbeitung, was eine unperfekte Komposition in der Eile ausgleicht. Sein EVF-Sucher mit 9,44 M Punkten ist im Freien bei direktem Licht unverzichtbar. Sein IBIS mit 8 Blendenstufen hilft in Innenräumen ohne Blitz. Der FX3 kann in der Hochzeitsfotografie aushelfen, doch das Fehlen eines Suchers und die 12 MP setzen ihn zurück. Wenn Sie die Zeremonie auch in langer Videoaufnahme filmen, gewinnt der FX3 für den Videoteil dank unbegrenzter Aufzeichnung und XLR-Eingang.
Ist der FX3 wirklich besser bei wenig Licht als der α7R V?
Ja, und der Unterschied ist messbar. Der native ISO-Wert des FX3 steigt auf 102 400 gegenüber 32 000 beim α7R V. Der Dynamikumfang des FX3 erreicht 14,2 EV gegenüber 11,7 EV beim α7R V, gemäß DXOMark-Messungen. Beim Autofokus bei wenig Licht erreicht der FX3 -6 EV gegenüber -4 EV beim α7R V. Bei diesen drei Kriterien dominiert der FX3. In der Praxis liefert der FX3 bei ISO 12 800 sauberere Dateien mit mehr Details in den Schatten. Für Fotografen oder Videografen, die regelmäßig in dunklen Innenräumen oder abends arbeiten, ist dieser Unterschied signifikant.
Sollte man dem 8K-Effekt nachgeben, wenn man in 4K aufnimmt und ausgibt?
Nein, in den meisten Fällen nicht. Der α7R V filmt in 8K/30p, was einen komfortablen Über-Crop zum Zuschneiden auf 4K in der Nachbearbeitung ermöglicht. Doch dieser Vorteil ist nur nützlich, wenn Sie nativ in 8K arbeiten oder systematisch zuschneiden. Wenn Sie in 4K ausgeben, bietet der FX3 4K/120p mit Oversampling vom Vollformatsensor, was ein sehr sauberes Bild erzeugt. Die 8K-Auflösung des α7R V ist eine Option, kein entscheidendes Argument für einen 4K-Workflow. Die auf 60 Minuten begrenzte Aufzeichnung beim α7R V ist eine einschränkendere Einschränkung als das Fehlen von 8K beim FX3.
Ist der RAW-Puffer von 68 Bildern beim α7R V ein reales Problem?
Das hängt strikt vom Einsatz ab. Bei Porträt, Landschaft oder gestellter Hochzeit entsprechen 68 RAW-Bilder bei 10 fps 6,8 Sekunden kontinuierlicher Serie. Das reicht für fast alle Situationen. Bei Sport oder Tierfotografie mit langen Sequenzen ist es eine reale Grenze. Der FX3 mit seinem Puffer von 1 000 RAW-Bildern hat praktisch keine Grenze bei Serienaufnahmen. Wenn Ihre Tätigkeit regelmäßig Sport oder Tierfotografie umfasst, ist der Puffer des α7R V ein Deal-Breaker. Für andere Fotoeinsätze ist er es nicht.
Welches Gehäuse wird in ein paar Jahren besser altern?
Der α7R V hat mehr Spielraum in der Fotografie: Seine 61 MP bleiben 2026 eine Referenz und die Auflösung verliert nicht schnell an Wert. Sein Sony-E-Optik-Ökosystem ist sehr umfangreich. Der FX3, erschienen 2021, zeigt an manchen Video-Punkten bereits Alter: Fehlen von 6K oder 8K, Rolling Shutter bei 12 ms in 4K, kein internes RAW. Er bleibt für lange Dreharbeiten bei wenig Licht relevant, doch die Video-Konkurrenz entwickelt sich schnell. Langfristig bietet der α7R V eine dauerhaftere Fotografie-Basis. Der FX3 bleibt ein effektives professionelles Drehwerkzeug, doch seine Video-Positionierung wird in den kommenden Jahren stärker herausgefordert.