Camera Duel

Test · Sony · 2021

Test Sony α7 IV: Noch die richtige Wahl im Jahr 2026?

Vielseitige Vollformatkamera weiterhin sinnvoll gebraucht für Hochzeit, Porträt und gelegentliches Video. Neu bieten Konkurrenten 2023-2024 mehr für vergleichbares Budget.

7.5/ 10
Sony α7 IV

Fazit

Der Sony α7 IV liefert einen 33-MP-Sensor mit 11,7 EV gemessener Dynamik und AF mit Augen-/Tieraugen-Erkennung auf 759 Punkten – eine solide Basis für Hochzeit und Porträt. Sein AF reicht bis -4 EV, der IBIS bis 5,5 Stufen, weit unter den Standards 2024-2026 (-6,5 EV und 8 Stufen bei Canon). Neu für 2800 USD Referenzpreis wirkt der Preisabstand zum Canon EOS R8 oder Panasonic Lumix S5 IIX schwer. Gebraucht wird er wieder zum starken Preis-Leistungs-Verhältnis.

7.5Note / 10

Stärken

  • 33 MP BSI-CMOS mit 11,7 EV gemessener Dynamik bei 100 ISO, guter Kompromiss aus Auflösung und Dynamik.
  • 759 AF-Punkte mit Erkennung von Mensch- und Tieraugen auf 94 % Sensorabdeckung.
  • Doppelter Steckplatz CFexpress Typ A + SD UHS-II, wettergeschütztes Gehäuse für Reportage.
  • Video 4K/60p in 10 Bit mit Log und unbegrenzter Aufnahmezeit.
  • EVF mit 3 686 400 Punkten und variabel schwenkbarem Touchscreen, deutlicher ergonomischer Fortschritt gegenüber der α7 III.

Schwächen

  • AF nur bis -4 EV bei wenig Licht, hinter den -6,5 EV des Canon EOS R6.
  • Kein 4K/120p: Video-Limit überschritten vom Panasonic Lumix S5 IIX (6K/120p).
  • IBIS nur 5,5 Stufen, gegenüber 8 Stufen bei mehreren aktuellen Canon-Modellen.
  • CFexpress-Typ-A-Steckplatz teuer und selten, nötig für den angegebenen Puffer von 828 Bildern.

Für wen?

  • Der Hochzeitsfotograf, der zuverlässigen Augen-AF und sofortige Doppel-Sicherung während der Zeremonie braucht.
  • Der Porträtfotograf, der 33 MP Spielraum für Ausschnitte ohne die Speicherlast eines 61-MP-Sensors sucht.
  • Der gelegentliche Videofilmer, der 4K 10 Bit für Interviews oder Social-Media-Inhalte dreht, ohne 120p-Zeitlupe zu benötigen.
  • Der Gebrauchtkäufer, der ein vielseitiges Sony-E-Vollformat zu reduziertem Preis sucht.

Im Video

Benjamin Jaworskyj · 9 min 15

Sony a7IV Langzeit REVIEW 📸 Lohnt sich Kauf 2023? | Jaworskyj

Sony α7 IV: Vorstellung und Positionierung 2026

2012 für 2800 USD (2800 EUR) erschienen, ersetzte der Sony α7 IV die α7 III als Allrounder der α7-Reihe. Fünf Jahre später bleibt seine Stellung im Sony-Katalog gegenüber neueren Konkurrenten zu klären.

Der Sony α7 IV nimmt eine klare Position in der Sony-Reihe ein: zwischen der α7R IV mit 61 MP für hohe Auflösung und der α7S III mit nur 12,1 MP als Video- und Low-Light-Spezialist. Sony wählte für die α7 IV einen BSI-CMOS-Sensor mit 33 MP, einen bewussten Kompromiss zwischen Auflösung und Vielseitigkeit. 2026, fünf Jahre nach Erscheinen, bleibt diese Allround-Positionierung seine größte Stärke und zugleich seine größte Grenze: Er dominiert kein Gebiet, enttäuscht aber auch nirgends.

Diese Sensorwahl bestimmt die gesamte technische Ausstattung. Sony zielt hier auf den Hochzeitsfotografen, der ausreichend scharfe Dateien für Großformatausdrucke ohne Geschwindigkeitseinbußen braucht, den Porträtisten mit zuverlässigem Augen-Autofokus und den Hybrid-Videofilmer mit 4K 10 Bit. Die hauseigenen camera-duel.com-Werte bestätigen dies: 8,0/10 in der Fotografie, 6,4/10 im Video. Der Abstand ist keine Zufall, sondern Folge eines nicht gestapelten Sensors und einer Video-Codierung, die bei 4K/60p endet.

Leistung nach Anwendung Sony α7 IV

Verteilung der Werte nach Einsatz: Das vielseitige Profil der α7 IV zeigt sich im Abstand zwischen Foto und Video.

  • 33 MP BSI-CMOS: genug Auflösung für Ausdrucke, nicht genug für Medium-Format-Konkurrenz.
  • 759 AF-Punkte mit Mensch- und Tieraugen-Erkennung, übernommen von der α7S III.
  • Wetterdichtung, Doppelsteckplatz, 5,5-Stufen-IBIS: die von Sony betonte Reportage-Zuverlässigkeit.

Ergonomie und Handhabung des Sony α7 IV

Das Gehäuse übernimmt das Chassis der α7S III mit einigen für intensiven Fotoeinsatz gedachten Anpassungen.

Der Sony α7 IV wiegt 658 g ohne Objektiv bei Abmessungen von 131,3 x 96,4 x 79,8 mm. Das liegt nah am Gewicht der α7R IV (665 g) und des Canon EOS R6 (680 g). Der Griff ist tiefer als bei der α7 III, was die Handhabung mit langen Brennweiten verbessert. Ich habe die Kamera in der Bretagne bei mehreren Küstentouren mit Gischt und Nieselregen genutzt: die von Sony angegebene Wetterdichtung hielt problemlos über zwei bis drei Stunden ohne zusätzliche Schutzhülle.

Sucher und Display: die entscheidenden Upgrades

Der elektronische Sucher zeigt 3 686 400 Punkte bei 0,78-facher Vergrößerung. Das ist ein klarer Sprung gegenüber der α7 III mit 2,36 Millionen Punkten. Das rückwärtige Display folgt mit 3 Zoll, 1 036 800 Punkten, variabel schwenkbarer Gelenkung und Touch-Oberfläche. Der Wechsel zum Vari-Angle-Display (statt einfachem Neigen) erleichtert Vlogging und Aufnahmen von unten, eine stimmige Wahl zur hybriden Foto/Video-Ausrichtung.

Doppelter CFexpress-Typ-A-Steckplatz: Versprechen und Falle

Der Doppelsteckplatz kombiniert CFexpress Typ A und SD UHS-II. Auf dem Papier garantiert das sofortige Sicherung bei Reportage oder Hochzeit: RAW auf der schnellen Karte, JPEG als Reserve auf SD. In der Praxis bleibt das CFexpress-Typ-A-Format eine Sony-Exklusivität, die bei anderen Herstellern selten ist (Nikon und Canon nutzen Typ B, schneller und weiter verbreitet). Eine CFexpress-Typ-A-Karte kostet noch deutlich mehr als eine vergleichbare Typ-B-Karte. Das ist ein versteckter Kostenfaktor im realen Budget.

Bildqualität und 33-MP-BSI-CMOS-Sensor

Der Sensor der α7 IV wurde mehrfach von unabhängigen Labors gemessen. Hier die praktischen Auswirkungen dieser Werte.

Wichtigste Foto-Daten
SensorFull Frame
Sensorgröße35.6 × 23.8 mm
Auflösung33 MP
SensortypBSI-CMOS
Native ISO-Bereich100 – 51200
Erweiterte ISObis zu 204800
Gemessener Dynamikumfang11.7 EV
Bildstabilisierung (IBIS)5.5 Stufen
AF-Felder759
AF-Abdeckung94 %
Augenerkennung (Mensch / Tier)Ja / Ja
Mechanische Serie10 fps
Elektronische Serie10 fps
RAW-Puffer828 Bilder
Max. Verschlusszeit1/8000

Gemessene Dynamik und Rauschen bei hoher Empfindlichkeit

Die gemessene Dynamik erreicht 11,7 EV bei 100 ISO, der nativen Basis. Das ist ein solider Wert für einen nicht gestapelten BSI-CMOS-Sensor, leicht über dem der α7R IV (11,6 EV) trotz deutlich geringerer Auflösung. Die native Empfindlichkeit reicht bis 51 200 ISO, mit erweitertem Modus bis 204 800 ISO für extreme Situationen. Klar gesagt: Die α7 IV gewinnt mehr Schatten in der Nachbearbeitung als ein hochauflösender Sensor wie der der α7R IV – ein echter Vorteil bei Hochzeiten in Innenräumen oder Reportage bei gemischtem Licht.

33 MP Auflösung: der gute Kompromiss?

Mit 33 MP liegt die α7 IV zwischen den 12,1 MP der α7S III (für Video und wenig Licht) und den 61 MP der α7R IV (für Ausschnitte und Großformatausdrucke). Dieser Kompromiss passt zu Porträt und Hochzeit: genug Material zum Ausschneiden eines Weitwinkels ohne Schärfeverlust, ohne die Speicher- und Nachbearbeitungslast einer 61-MP-Datei. Für reine Landschaft, wo jedes Megapixel für den Ausdruck zählt, bleibt die α7R IV objektiv besser geeignet. Für alles andere sind die 33 MP der α7 IV ein vertretbarer Mittelweg.

Autofokus: Erkennung von Mensch- und Tieraugen

Die α7 IV erbt das AF-System der α7S III mit erweiterter Abdeckung und zuverlässiger Erkennung von Mensch und Tier.

Abdeckung und Dichte der AF-Punkte

Das System zählt 759 AF-Punkte auf 94 % der Sensorfläche, mit aktiver Mensch- und Tieraugen-Erkennung. Es handelt sich um dieselbe Architektur wie bei der α7S III, ein Zeichen, dass Sony seine AF-Technologie geteilt hat, statt die Verfolgung beim Allround-Modell zu verschlechtern. Für Hochzeit und Porträt, zwei von Sony beworbenen Zielanwendungen, begrenzt diese weite Abdeckung tote Zonen am Bildrand – ein kritischer Punkt bei Zeremonien oder Laufstegen.

Grenzen bei wenig Licht: -4 EV gegenüber Profi-Gehäusen

Der Autofokus erfasst bis -4 EV. Das ist für ein Allround-Gehäuse dieser Generation akzeptabel, liegt aber deutlich hinter neueren Profi-Modellen: Nikon Z9 bis -8,5 EV, Nikon Zf bis -10 EV, Canon EOS R3 bis -7,5 EV. Selbst die α7S III, mit der die α7 IV ihr AF-Modul teilt, schneidet in der Praxis besser ab dank eines Sensors bis 102 400 ISO, der dem System mehr Signal bei wenig Licht liefert. Konkret: In sehr dunklen Innenräumen (Hochzeitsempfang ohne Blitz, schwach beleuchtete religiöse Zeremonie) beginnt der AF der α7 IV zu zögern, wo ein neueres Gehäuse noch greift. Das ist kein Ausschlusskriterium für den Normalnutzer, aber ein echter Punkt für professionelle Ansprüche.

Serienbild, Puffer und 5-Achsen-Stabilisierung

Die Serienbildgeschwindigkeit der α7 IV war nie ihr Verkaufsargument. Das eigentliche Thema liegt im Puffer und seiner Leerungsgeschwindigkeit.

RAW-Puffer von 828 Bildern: die wahre Geschichte

Sony gibt 10 fps mechanisch wie elektronisch an, mit einem Puffer für 828 RAW-Bilder. Diese Zahl beeindruckt auf dem Papier: sie verspricht über 80 Sekunden Dauer-Serienbild bei voller Geschwindigkeit. Sie hat aber nur Sinn, wenn das Gehäuse mit einer CFexpress-Typ-A-Karte ausgestattet ist, die dem Schreibdurchsatz folgen kann. Mit einer SD-UHS-II-Karte, selbst schneller, verlangsamt sich die Pufferleerung spürbar und die reale Geschwindigkeit fällt vor Erreichen der 828 Bilder. Das ist das typische Beispiel einer technisch korrekten Herstellerangabe, die jedoch kontextabhängig ist: sie setzt die teurere der beiden Karten voraus, nicht die verbreitetere.

IBIS mit 5,5 Stufen: ausreichend für Porträt und Hochzeit

Die 5-Achsen-Sensorstabilisierung kompensiert bis 5,5 Stufen nach CIPA-Messung. Das entspricht der α7R IV und α7S III, liegt aber unter den 8 Stufen des Canon EOS R6 oder den 8,5 Stufen des neueren Canon EOS R5 Mark II. In der Praxis erlauben 5,5 Stufen Verschlusszeiten von etwa 1/8 s aus der Hand mit einem Standardobjektiv – völlig ausreichend für posiertes Porträt oder statisches Video. Bei laufendem Video oder Reportage aus der Hand mit langer Brennweite wird der Abstand zu den 8 Stufen der Canon-Konkurrenz am Bildschirm spürbar.

Video: 4K 10 Bit, aber kein 4K/120p

Video war beim Launch das am stärksten beworbenes Argument der α7 IV. Fünf Jahre später wiegt das Limit bei 60p stärker gegenüber der Konkurrenz.

Wichtigste Video-Daten
Max. Auflösung4K
Max. Bildrate60 fps
CodecsXAVC HS, XAVC S, XAVC S-I, H.265, H.264
Bittiefe10 Bit
Log-ProfilJa
Unbegrenzte AufnahmeJa
Bildstabilisierung (IBIS)5.5 Stufen
HDMI-AusgangHDMI Full (Type A)
USB-AnschlussUSB-C 3.2 Gen2 (10 Gbps)

Codecs und 10-Bit-Tiefe: was für Kino fehlt

Die α7 IV filmt in 4K bis 60 Bilder/Sekunde, in 10 Bit, mit Log-Profilen und unbegrenzter Aufnahmezeit. Verfügbare Codecs umfassen XAVC HS, XAVC S, XAVC S-I, H.265 und H.264 – ein vollständiges Spektrum für professionellen Schnitt. Was 2026 fehlt, ist 4K/120p für flüssige Zeitlupe und jede Auflösung über der nativen 4K. Der hauseigene Video-Wert von camera-duel.com, 6,4/10, spiegelt genau dieses Limit wider: 10-Bit-Tiefe und Log sind vorhanden, aber Bildrate und maximale Auflösung haben die Marktentwicklung nicht mitgemacht.

Gegenüber spezialisierten Video-Hybriden

Verglichen mit primär auf Video ausgelegten Hybriden wird der Abstand deutlich. Der Panasonic Lumix S5 IIX filmt 6K/120p in 10 Bit, der Panasonic Lumix GH7 erreicht 5,8K/300p. Diese beiden nach der α7 IV erschienenen Modelle zeigen, wohin der Video-Hybrid-Markt ging, während Sony seine technischen Daten unverändert ließ. Für gelegentlichen Videoeinsatz (Interviews, Hochzeit, Social-Media-Inhalte) reicht die α7 IV völlig aus. Für professionellen Videoeinsatz mit Zeitlupe oder hoher Auflösung muss man anderswo im Sony-Katalog oder bei Panasonic schauen.

CIPA-Akkulaufzeit und Konnektivität

Bei diesen beiden Punkten liegt die α7 IV weder schlechter noch besser als ihre Klasse. Ein zuverlässiges Gehäuse im Alltag, ohne Überraschungen.

Gehäuse & Anschlüsse
Erscheinungsjahr2021
Gewicht (mit Akku)658 g
Abmessungen131.3 x 96.4 x 79.8
WetterfestigkeitJa
SucherEVF
Sucherauflösung3686400 Pixel
Bildschirm3 Zoll
Bildschirm-Artikulationvari-angle
TouchscreenJa
Akku (CIPA)580 Bilder
Dual-SD-SteckplatzJa
WLAN / BluetoothJa / Ja
ObjektivanschlussSony E

Die CIPA-Akkulaufzeit wird mit 580 Auslösungen pro Ladung angegeben, ein solider Wert für ein Vollformat-Hybrid dieser Generation. Bei realem Reportageeinsatz mit häufig aktiviertem Display und Wi-Fi reicht eine gute halbe Tages-Schicht intensiver Aufnahmen vor dem Nachladen. Die Konnektivität umfasst Wi-Fi, Bluetooth, einen USB-C-3.2-Gen2-Anschluss mit 10 Gbps (nützlich für große Dateitransfers oder Dauerstromversorgung) und einen vollwertigen HDMI-Typ-A-Ausgang, robuster als die noch bei manchen Konkurrenten verbauten Mini-HDMI-Anschlüsse.

Sony α7 IV im Vergleich zu direkten Konkurrenten

Zwei Vergleiche drängen sich auf: das historische Duell mit dem Canon EOS R6 derselben Generation und die Stellung der α7 IV im eigenen Sony-Ökosystem.

Zahlen-Vergleich
DatenSony α7 IVHier getestetCanon EOS R6Sony α7R IVSony α7S III
Erscheinung2021202020192020
SensorFull FrameFull FrameFull FrameFull Frame
Auflösung33 MP20 MP61 MP12.1 MP
Max. native ISO5120010240032000102400
Dynamikumfang11.7 EV11.2 EV11.6 EV11.2 EV
AF-Felder7591053567759
Serie (elek.)10 fps20 fps10 fps10 fps
IBIS5.5 stops8 stops5.5 stops5.5 stops
Max. Video4K/60p4K/120p4K/30p4K/120p
WetterfestJaJaJaJa
Dual-SDJaJaJaJa
Gewicht658 g680 g665 g699 g
Startpreis2800 EUR2499 USD3500 USD3499 USD

Die α7 IV ist die einzige der vier, die Auflösung und Vielseitigkeit ausgleicht, ohne bei einem Kriterium zu glänzen.

Canon EOS R6: das Duell von 2021 neu betrachtet

Der Canon EOS R6, 2020 für 2499 USD erschienen, bleibt der relevanteste Vergleich. Der Canon gewinnt bei drei gemessenen Punkten: 20 fps elektronisch wie mechanisch gegenüber 10 fps bei Sony, 8 Stufen IBIS gegenüber 5,5 Stufen und AF bis -6,5 EV gegenüber -4 EV. Im Gegenzug endet der Canon bei 20 MP gegenüber 33 MP der α7 IV – ein Unterschied, der für Ausschnitte und Ausdrucke zählt. Die Wahl hängt also vom Gewicht ab, das Sie der Geschwindigkeit und dem AF bei wenig Licht (Canon) gegenüber Auflösung und Dynamik (Sony) beimessen.

Im Sony-Ökosystem: α7R IV und α7S III, die Spezialisten

Gegenüber der α7R IV (61 MP, 3500 USD beim Launch) opfert die α7 IV reine Auflösung, gewinnt aber an Alltags-Vielseitigkeit: kleinere Dateien und leicht höhere gemessene Dynamik (11,7 EV gegenüber 11,6 EV). Gegenüber der α7S III (12,1 MP, 3499 USD) verliert die α7 IV beim Video (4K/60p gegenüber 4K/120p) und beim AF bei wenig Licht (-4 EV gegenüber -6 EV), gewinnt aber deutlich an Auflösung für reinen Fotoeinsatz. Die α7 IV ist daher weder das beste Sony-Gehäuse bei einem isolierten Kriterium noch das schlechteste: es ist der Allrounder, der Kompromisse eingeht, um nie aus dem Spiel zu sein.

Preis, Verfügbarkeit und Gebrauchtmarkt 2026

Fünf Jahre nach Erscheinen hat die α7 IV das Premium-Neusegment verlassen und ist zu einer vernünftigen Wahl geworden, vor allem gebraucht.

2011 für 2800 USD / 2800 EUR eingeführt, wurde die Sony α7 IV seitdem von neueren und oft günstigeren Modellen überholt: Canon EOS R8 für 1499 USD oder Panasonic Lumix S5 IIX für 2199 USD bieten teilweise überlegene Daten (Serienbild, Video) zu niedrigerem Neupreis. 2026 ist das Hauptargument der α7 IV neu die Reife ihres Sony-E-Objektiv-Ökosystems, eines der umfassendsten im Vollformat. Auf dem Gebrauchtmarkt wird das Gehäuse inzwischen deutlich unter dem Launch-Preis gehandelt – das ändert die Rechnung komplett: auf diesem Preisniveau wird es wieder zu einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse im vielseitigen Vollformat, vorausgesetzt man akzeptiert die Grenzen bei Geschwindigkeit und Hochgeschwindigkeits-Video.

Die Schwachpunkte und Deal-Breaker des Sony α7 IV

Kein Gehäuse ist perfekt. Hier die Punkte, die wirklich zum Zögern vor dem Kauf führen sollten.

  • CFexpress-Typ-A-Steckplatz: seltenes und teureres Format als Typ B von Nikon und Canon, ein versteckter Kostenfaktor.
  • AF nur bis -4 EV: hinter den -6,5 EV des Canon EOS R6 oder -8,5 EV des Nikon Z9, ein echter Nachteil in sehr dunklen Innenräumen.
  • Kein 4K/120p: Video-Limit, das gegenüber 6K/120p des Panasonic Lumix S5 IIX veraltet wirkt.
  • IBIS nur 5,5 Stufen: akzeptabel, aber weit von den inzwischen üblichen 8 Stufen bei Canon in dieser Preisklasse entfernt.

Urteil: Sollte man den Sony α7 IV 2026 kaufen?

Der Sony α7 IV bleibt ein stimmiger Vollformat-Allrounder mit seiner 2021er Mission: einen 33-MP-Sensor, 11,7 EV gemessene Dynamik, AF mit Mensch- und Tieraugen-Erkennung auf 759 Punkten und unbegrenztes 4K-10-Bit-Video in einem wettergeschützten Gehäuse mit Doppelsteckplatz zu bieten. 2026 hat dieses Fundament für Porträt, Hochzeit oder gelegentliches Video nichts von seiner Gültigkeit verloren. Was gealtert ist, ist seine Preispposition gegenüber neueren und oft günstigeren Gehäusen wie dem Canon EOS R8 oder Panasonic Lumix S5 IIX.

Das Urteil hängt daher vom Kaufkanal ab. Neu zum Listenpreis ist die α7 IV schwer zu empfehlen gegenüber Konkurrenten 2023-2024, die bei gleichem oder niedrigerem Budget besser ausgestattet sind. Gebraucht, deutlich unter den 2800 USD Launch-Preis, wird sie wieder zu einem der besten Preis-Leistungs-Verhältnisse im vielseitigen Vollformat – vorausgesetzt man akzeptiert das CFexpress-Typ-A-Format und einen AF, der unter -4 EV nachlässt.

Häufige Fragen

Lohnt sich der Sony α7 IV 2026 noch beim Kauf?

Ja gebraucht, wo der Preis deutlich unter den 2800 USD Launch-Preis gefallen ist. Neu zum Listenpreis bieten neuere Konkurrenten wie Canon EOS R8 (1499 USD) oder Panasonic Lumix S5 IIX (2199 USD) eine überlegene Ausstattung bei Serienbild und Video für gleiches oder geringeres Budget.

Braucht man eine CFexpress-Typ-A-Karte, um den 828-Bilder-Puffer zu nutzen?

Ja. Der von Sony angegebene RAW-Puffer von 828 Bildern setzt eine CFexpress-Typ-A-Karte voraus, um schnell geleert zu werden. Mit einer SD-UHS-II-Karte sinkt die reale Geschwindigkeit vor Erreichen dieser Zahl. Das ist ein zusätzlicher Hardware-Kostenfaktor, da CFexpress Typ A teurer bleibt als Typ B von Nikon und Canon.

Ist der Sony α7 IV für professionelles Video geeignet?

Teilweise. Er filmt 4K/60p in 10 Bit mit Log und unbegrenzter Aufnahmezeit – ausreichend für Interview, Hochzeit und Social-Media-Inhalte. Es fehlt jedoch 4K/120p und höhere Auflösung als 4K, was seinen Video-Wert von 6,4/10 erklärt, hinter spezialisierten Hybriden wie dem Panasonic Lumix GH7 (5,8K/300p).

Was ist der Unterschied zwischen Sony α7 IV und α7R IV?

Zunächst die Auflösung: 33 MP gegenüber 61 MP. Die gemessene Dynamik liegt nah beieinander (11,7 EV gegenüber 11,6 EV), beide teilen die gleiche Stabilisierung mit 5,5 Stufen. Die α7R IV zielt auf Landschaft und Großformatausdrucke, die α7 IV auf vielseitigen Hochzeits-/Porträt-/Video-Einsatz mit leichter zu handhabenden Dateien.

Verfolgt der Autofokus der Sony α7 IV bei wenig Licht gut?

Er erfasst bis -4 EV, akzeptabel für Allround-Nutzung, aber hinter neueren Profi-Gehäusen (-6,5 EV beim Canon EOS R6, -8,5 EV beim Nikon Z9). In sehr dunklen Innenräumen ohne Blitz wird der Unterschied deutlich spürbar.

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