Test · Canon · 2024
Test Canon PowerShot V1: Der Kompaktkamera-Teiler für Creator
Die PowerShot V1 ist für den mobilen Content-Creator gemacht, der flüssiges 4K und zuverlässigen AF in einem Kompakten will. Für den anspruchsvollen Fotografen ist sie nicht geeignet: kein Sucher, kein IBIS, keine Wetterschutzklasse und nur ein SD-Kartensteckplatz sind erhebliche Kompromisse.

Fazit
Die Canon PowerShot V1 verfolgt eine klare Strategie: Vlogger und Content-Creator mit einem beispiellosen 1,4-Zoll-Sensor, elektronischer Serienaufnahme mit 30 fps, AF mit 651 Punkten über 100 % des Sensors und 4K-Video mit 120 fps in 10 Bit ansprechen. Bei diesen Punkten hält sie ihre Versprechen. Wo sie enttäuscht, ist überall sonst. Das Fehlen von IBIS ist eine fragwürdige Wahl für ein auf mobiles Video ausgerichtetes Gerät. Die maximale mechanische Verschlusszeit von 1/2000 s reicht nicht aus, um bei Sonnenlicht mit großer Blende zu fotografieren. USB 2.0 verlangsamt die Übertragungen. Und der einzelne SD-Kartensteckplatz ohne Wetterschutzklasse positioniert dieses Gerät als Studio- oder Stadtreise-Werkzeug, nicht als Allwetter-Begleiter. Bei 999 EUR konkurriert sie in einer angespannten Preiszone mit APS-C-Kompakten wie dem Ricoh GR IV. Sie eignet sich für jemanden, der 4K-Video mit hoher Bildrate und Leichtigkeit priorisiert, unter der Bedingung, dass er ihre Grenzen in der Fotografie akzeptiert.
Stärken
- Einzigartiger 1,4-Zoll Stacked-CMOS-Sensor in der Kompaktkamera-Kategorie
- 4K-Video mit 120 fps in 10 Bit, natives Zeitlupenvideo ohne angekündigten Crop
- AF mit 651 Punkten, 100 % Abdeckung, Erkennung von Mensch- und Tieraugen
- Elektronische Serienaufnahme mit 30 fps, identische Bildrate wie Sony ZV-1 II
- Gemessener Dynamikumfang von 10,1 EV, angemessen für dieses Sensorformat
- Vollständig schwenkbarer 3-Zoll-Touchscreen, nützlich für Vlogging
Schwächen
- Kein IBIS: Sensorstabilisierung fehlt bei einem auf mobiles Video ausgerichteten Gerät
- Maximale Verschlusszeit 1/2000 s: unzureichend bei Sonnenlicht mit großer Blende
- Nur USB 2.0: langsame Übertragungen, keine schnelle Aufladung
- Nur ein SD-Kartensteckplatz: keine Redundanz, Deal-Breaker für professionelle Nutzung
- Keine Wetterschutzklasse: anfällig für Gischt, Regen oder Staub
- Kein Sucher: Bildkomposition nur auf dem Bildschirm
Für wen?
- Der YouTube- oder Instagram-Content-Creator, der 4K 120 fps in einem tragbaren Kompakten ohne Kompromisse beim AF will
- Der Stadtreisende, der zwischen Foto und Video wechselt, ohne einen Hybrid und sein Objektiv tragen zu wollen
- Der anfänger bis fortgeschrittene Vlogger, der vom Smartphone aufsteigt und einen größeren Sensor mit schwenkbarem Bildschirm sucht
- Der Porträt- oder Straßenfotograf unter kontrollierten Lichtverhältnissen, der das Fehlen von Sucher und IBIS akzeptiert
Im Video
Damien Bernal · 11 min 10
test Canon Powershot V1 : les COMPACTS contre-attaque ?
Vorstellung: Ein beispielloser Sensor in einem erwachenden Markt
Die PowerShot V1 ist die zweite Kompaktkamera der von Canon gestarteten V-Serie. Sie folgt auf die 2023 eingeführte PowerShot V10, wechselt aber die Kategorie mit einem 1,4-Zoll Stacked-CMOS-Sensor, ein Format, das Canon für diese Gelegenheit entwickelt hat.
Der Markt für Expert-Kompaktkameras durchlebte zwischen 2018 und 2022 eine lange Durststrecke. Canon war dort praktisch verschwunden und überließ Sony die Dominanz mit RX100 und ZV-1. Die PowerShot V1 ist Canons Antwort 2024: ein Gerät mit 426 g, 118 x 68 x 53 mm, positioniert bei 999 EUR beim Start. Das ist keine Taschenkamera im eigentlichen Sinne. Es ist eine auf Content-Erstellung ausgerichtete Expert-Kompaktkamera mit einem größeren Sensor als der Standard-1-Zoll und einem Festobjektiv ohne kommunizierte maximale Blende in unserer Datenbank.
Der Begriff "1,4-Zoll" verdient eine Klarstellung. Das 1-Zoll-Format misst tatsächlich etwa 13,2 x 8,8 mm. Canons 1,4-Zoll liegt also zwischen 1-Zoll und Micro Four Thirds. Es ist ein proprietäres Format, was bedeutet, dass es keine etablierte unabhängige Messnorm für dieses exakte Format gibt. Die gemessenen 10,1 EV Dynamikumfang sind für diesen Formfaktor angemessen, aber unter den 14,1 EV eines Ricoh GR III auf APS-C-Sensor.
Bewertungen nach Einsatzbereich der Canon PowerShot V1: Das Gerät glänzt bei Video und Content-Erstellung, bleibt aber bei anspruchsvoller Fotografie begrenzt.
Die V1 folgt einer kohärenten Gammen-Logik. Die PowerShot V10 zu 429 USD zielte auf den anfänger Vlogger mit einem 1-Zoll-Sensor von 15 MP und 4K/60p-Video in 8 Bit. Die V1 steigt auf: 22 MP, Stacked CMOS, 4K mit 120 fps in 10 Bit, AF mit 651 Punkten. Der Preisunterschied ist erheblich, 999 EUR gegen 429 USD, aber der Spec-Unterschied ist real.
Ergonomie und Design: Für den Creator gedacht, nicht für den Fotografen
Die PowerShot V1 hat ein schlichtes rechteckiges Design ohne Sucherbeule. Der schwenkbare Bildschirm ist das zentrale Ergonomie-Element.
Handgriff und Bedienelemente
Bei 426 g ist die V1 schwerer als ein Ricoh GR IV (262 g) oder Sony ZV-1 II (292 g). Dieses Gewicht erklärt sich durch den Geräteformfaktor und das integrierte Objektiv. Die Abmessungen 118 x 68 x 53 mm machen es zu groß für eine Jackentasche, aber kompakt für eine Reisetasche. Der Griff ist vorhanden, aber nicht sehr ausgeprägt. Die einhändige Nutzung beim Vlogging ist möglich, aber weniger natürlich als beim ZV-1 II, das speziell für diese Nutzung konzipiert ist.
Canon hat Video-orientierte physische Bedienelemente integriert: Zoom-Rad, leicht erreichbarer Aufnahmeknopf und konfigurierbare Tasten. Die DIGIC-Schnittstelle ist für Canon-Nutzer vertraut. Das Menü ist logisch strukturiert mit Schnellzugriffen auf häufig verwendete Video-Einstellungen. Das ist ein echter Vorteil gegenüber komplexeren Menüs mancher Hybride.
Bildschirm und Sucher: nur eine Wahl möglich
Der 3-Zoll-Bildschirm mit 1.040.000 Punkten ist vollständig schwenkbar und berührungsempfindlich. Das ist die einzige Sucheroberfläche: es gibt keinen elektronischen oder optischen Sucher. Bei Innenaufnahmen oder moderaten Lichtverhältnissen ist der Bildschirm ausreichend. In direkter Sonne verschlechtert sich die Lesbarkeit, wie bei allen Kompaktkameras ohne Sucher. Das ist ein Deal-Breaker für den Straßenfotografen, der es gewohnt ist, das Auge an einen Sucher zu halten, um seine Aufnahmen zu stabilisieren.
| Erscheinungsjahr | 2024 |
|---|---|
| Gewicht (mit Akku) | 426 g |
| Abmessungen | 118 × 68 × 53 mm |
| Wetterfestigkeit | Nein |
| Sucher | None |
| Bildschirm | 3 Zoll |
| Bildschirm-Artikulation | fully articulated |
| Touchscreen | Ja |
| Akku (CIPA) | 260 Bilder |
| Dual-SD-Steckplatz | Nein |
| WLAN / Bluetooth | Ja / Ja |
Bildqualität: Was der 1,4-Zoll-Sensor wirklich bringt
Der 1,4-Zoll Stacked-CMOS-Sensor mit 22 MP ist das Herzstück der V1. Man muss analysieren, was diese Architektur konkret bringt und was sie nicht löst.
| Auflösung | 22 MP |
|---|---|
| Sensortyp | Stacked CMOS |
| Native ISO-Bereich | 125 – 25600 |
| Erweiterte ISO | bis zu 51200 |
| Gemessener Dynamikumfang | 10.1 EV |
| Bildstabilisierung (IBIS) | 5 Stufen |
| AF-Felder | 651 |
| AF-Abdeckung | 100 % |
| Augenerkennung (Mensch / Tier) | Ja / Ja |
| Elektronische Serie | 30 fps |
| Max. Verschlusszeit | 1/2000 |
Gemessener Dynamikumfang und Rauschen bei hoher Empfindlichkeit
Der gemessene Dynamikumfang beträgt 10,1 EV. Das ist ein angemessener Wert für einen Sensor dieses Formats. Zum Vergleich: Der Sony ZV-1 II auf 1-Zoll Stacked-CMOS erreicht nach Photons to Photos ähnliche Werte, während der Ricoh GR III auf APS-C 14,1 EV anzeigt. Der Unterschied zu APS-C bleibt in der Praxis erheblich: Lichter brennen schneller aus und Schatten lassen sich in der Nachbearbeitung weniger gut zurückgewinnen. Für Vlogging unter kontrolliertem Licht ist das kein Problem. Für Landschaftsfotografie mit hohem Kontrast ist es eine echte Einschränkung.
Der native ISO-Bereich reicht von 125 bis 25.600 ISO, mit einer Erweiterung auf 51.200 ISO. Das minimale native ISO von 125 ISO ist etwas ungünstiger als das 100 ISO-Basis vieler APS-C-Sensoren, was den verfügbaren Dynamikumfang bei niedriger Empfindlichkeit marginal reduziert. Bei hoher Empfindlichkeit ermöglicht die Stacked-CMOS-Architektur schnelle Sensorauslesung, was Rolling Shutter bei Video reduziert, verbessert aber nicht mechanisch das Signal-Rausch-Verhältnis im Vergleich zu klassischem BSI CMOS gleicher Fläche.
Farbwiedergabe und JPEG-Verarbeitung
Canon wendet seine DIGIC-X-Verarbeitung auf die V1 an. Die erzeugten JPEGs sind warm, mit schmeichelhafter Hautton-Verwaltung, charakteristisch für die Marke. Picture-Style-Profile sind verfügbar, einschließlich eines für Portrait optimierten Modus mit Hauterkennung. Für Social-Media- oder YouTube-Nutzung ohne schwere Nachbearbeitung sind Canons JPEGs direkt aus der Kamera unter den am meisten verwendbaren. RAW-Dateien bieten einen durch die gemessenen 10,1 EV Dynamik begrenzten Wiederherstellungsspielraum, aber ausreichend für tägliche Nutzung bei diffusem Tageslicht.
Der Experten-Blickwinkel: Was das 1,4-Zoll-Format wirklich ändert
Das 1,4-Zoll-Format ist eine Canon-Kreation. Es gibt zum Zeitpunkt dieser Bewertung keine veröffentlichte DXOMark-Messung für diesen spezifischen Sensor. Die zitierten 10,1 EV stammen aus verifizierten Daten unserer Datenbank, gekreuzt mit verfügbaren unabhängigen Messungen. Dieses Format liegt zwischen 1-Zoll (etwa 116 mm²) und Micro Four Thirds (etwa 225 mm²). Die Sensorfläche ist also etwa 30 bis 40 % größer als 1-Zoll, was sich in etwas besserer Lichterfassung und ausgeprägterem Hintergrund-Unschärfe bei gleicher Brennweite und Blende übersetzt. Das ist kein Generationensprung gegenüber 1-Zoll, aber ein messbarer Vorteil.
Autofokus: 651 Punkte, aber in welchem Kontext?
Das AF-System der V1 ist eines der stärksten Argumente des Geräts. Man muss aber unterscheiden, was die Zahlen versprechen und was sie je nach Motiv liefern.
Dichte und Abdeckung: die rohen Zahlen
Die V1 hat 651 AF-Punkte mit 100 % Sensor-Abdeckung. Die AF-Empfindlichkeit reicht bis -5 EV, was für eine Kompaktkamera ausgezeichnet ist. Zum Vergleich: Der Sony ZV-1 II bietet 759 AF-Punkte mit 92 % Abdeckung und -4 EV Empfindlichkeit. Die V1 ist also bei Abdeckung und niedriger Lichtemfindlichkeit besser, bei absoluter Punkt-Dichte etwas schlechter. In der Praxis ist 100 % Abdeckung nützlicher als absolute Dichte: Sie können das Motiv überall im Bild platzieren, ohne neu zu komponieren.
Erkennung von Mensch- und Tieraugen: was funktioniert, wo es abbricht
Die Erkennung von Mensch- und Tieraugen ist in den Specs bestätigt. Canon nutzt hier seinen DIGIC-Algorithmus, der sich bei EOS-R-Hybriden bewährt hat. Bei Hybriden dieser Serie wird Canons Augenerkennung von DPReview und Imaging Resource bei Motiven mit moderater Bewegung als zuverlässig anerkannt. Bei einer Kompaktkamera mit Festobjektiv sind die Einsatzbedingungen anders: Die Schärfentiefe ist größer, was Erkennung weniger kritisch, aber auch weniger spektakulär macht. Für Portrait-Vlogging oder Straßenfotografie funktioniert die Erkennung flüssig. Für schnelle Tierfotografie oder Sport ist die V1 nicht das richtige Werkzeug, unabhängig von ihrer AF-Qualität.
Die -5 EV-Empfindlichkeit ist eine Spec, die Canon hervorhebt. Sie bedeutet, dass der AF ein Motiv in quasi-Dunkelheit erfassen kann. In der Praxis ist das nützlich für Vlogging bei schwacher Innenbeleuchtung oder nächtliche Straßenfotografie. Das ist ein konkreter Vorteil gegenüber dem Ricoh GR III, dessen AF-Empfindlichkeit bei -2 EV endet.
Serienaufnahmen und Stabilisierung: das große Ungleichgewicht
Die V1 zeigt elektronische Serienaufnahmen mit 30 fps und angekündigte optische Stabilisierung mit 5 Blendenstufen. Diese beiden Zahlen verdienen Kontextualisierung.
Elektronische Serienaufnahmen: 30 fps, mit welchen Grenzen?
Die elektronische Serienaufnahme mit 30 fps ist eine hohe Bildrate für eine Kompaktkamera. Sie ist identisch mit der des Sony ZV-1 II. Die Stacked-CMOS-Architektur ist genau dafür konzipiert, diese Geschwindigkeit ohne übermäßiges Rolling Shutter zu ermöglichen. Unsere Datenbank dokumentiert nicht die Buffer-Dauer oder die SD-Kartenschreib-Geschwindigkeit für die V1. Das ist eine Angabe, die Canon in seinem Datenblatt nicht klar kommuniziert, und die unabhängige Tests je nach Dateiformat unterschiedlich messen (komprimiertes RAW, JPEG, HEIF). In der Praxis füllt sich der Buffer bei einer Kompaktkamera mit einzelnem SD-Kartensteckplatz schneller als gewünscht bei langen Sequenzen. Die 30 fps-Serienaufnahme ist nützlich, um einen entscheidenden Moment in kurzer Sequenz zu erfassen, nicht um einen 400-Meter-Sprint abzudecken.
Die maximale Verschlusszeit ist 1/2000 s in Mechanik. Das ist eine bemerkenswerte Einschränkung. Um bei großer Blende in direkter Sonne zu fotografieren, reicht 1/2000 s oft nicht ohne ND-Filter. Canon EOS-R-Hybride erreichen 1/8000 s in Mechanik. Bei einer auf Außenaufnahmen ausgerichteten Kompaktkamera zwingt diese Einschränkung zum Abblenden oder zur Verwendung eines externen ND-Filters, was die nomadische Nutzung kompliziert.
Stabilisierung: Optik ohne IBIS
Die V1 hat kein IBIS (Sensor-Stabilisierung durch Verschiebung). Die angekündigte 5 Blendenstufen-Stabilisierung ist optisch. Das ist eine überraschende Wahl für ein auf mobiles Video ausgerichtetes Gerät. IBIS ist besonders bei Video aus der Hand nützlich, wo Mikrozittern durch die Bildrate verstärkt wird. Optische Stabilisierung allein ist weniger wirksam bei langsamen und großen Bewegungen, genau denen, die beim Gehen oder Fortbewegen auftreten. Der Sony ZV-1 II ist in der gleichen Situation: auch kein IBIS. Aber der Ricoh GR IV bietet 6 Blendenstufen IBIS auf APS-C, bei nur 262 g Gewicht.
Video: die Stärke der V1, mit wichtigen Nuancen
Video ist das Terrain, auf dem die V1 am überzeugendsten ist. Aber die rohen Specs verbergen Einschränkungen, die vor dem Kauf identifiziert werden müssen.
| Max. Auflösung | 4K |
|---|---|
| Max. Bildrate | 120 fps |
| Codecs | H.264, H.265 |
| Bittiefe | 10 Bit |
| Log-Profil | Nein |
| Unbegrenzte Aufnahme | Nein |
| Bildstabilisierung (IBIS) | 5 Stufen |
| HDMI-Ausgang | HDMI Micro HDMI |
| USB-Anschluss | USB 2.0(480 Mbit/sec) |
4K 120 fps in 10 Bit: was das wirklich bedeutet
4K-Video mit 120 fps in 10 Bit ist die seltenste Spec dieses Geräts. Es ermöglicht natives 4K-Zeitlupenvideo mit x5 bei 24-fps-Wiedergabe, ohne angekündigten Crop. Verfügbare Codecs sind H.264 und H.265. H.265 bietet bessere Kompression bei gleicher Qualität, was Dateigröße reduziert und SD-Karten entlastet. Die 10-Bit-Tiefe ermöglicht feinere Tonabstufungen, nützlich für Farbkorrektionen in der Nachbearbeitung. Das ist ein echter Vorteil gegenüber dem Sony ZV-1 II, der nach unserer Datenbank auf 4K/30p begrenzt ist.
Andererseits bietet die V1 kein Log-Profil. Das Fehlen von Log ist eine Wahl, die den Workflow für anfänger Creator vereinfacht, aber die Möglichkeiten für semi-professionelle Farbkorrektionen begrenzt. Der Sony ZV-1 II bietet nach unserer Datenbank ein Log-Profil. Für Standard-YouTube- oder Social-Media-Nutzung ist das Fehlen von Log selten ein Problem. Für eine Produktion, die intensive Farbkorrektionen erfordert, ist es ein Kompromiss, den man beachten sollte.
Unbegrenzte Aufnahme: das Versprechen und die Realität
Unsere Datenbank zeigt, dass die Video-Aufnahme auf der V1 nicht unbegrenzt ist. Das ist ein Punkt, den Canon beim Start nicht klar kommuniziert hat, und den mehrere unabhängige Tests hervorgehoben haben. Die Aufnahme-Zeitlimit hängt von Auflösung und Bildrate ab. Bei 4K/120fps ist das Limit wahrscheinlich kürzer als bei 4K/30fps, wegen der vom Stacked-CMOS-Sensor erzeugten Wärme. Für Vlogging in kurzen Sequenzen ist das kein Problem. Für lange Aufnahmen in einer einzigen Einstellung ist es ein potenzieller Deal-Breaker. Überprüfen Sie die maximale Aufnahmedauer in Ihrer Konfiguration vor dem Kauf.
Video-Ergonomie: die Guten und die Schlechten Punkte
Der vollständig schwenkbare Bildschirm ist ein Vorteil für Vlogging im Selfie-Modus. Das integrierte Mikrofon ist vorhanden, aber die Audioqualität eines integrierten Mikrofons bleibt begrenzt. Der Micro-HDMI-Anschluss ermöglicht Ausgabe zu einem externen Rekorder. USB 2.0 ist der schwache Punkt: es begrenzt Laden und Dateiübertragung. Nach einer Aufnahmesession in 4K/120fps wird das Leeren der SD-Karte auf einen Computer über USB langsam sein. Bevorzugen Sie einen externen Kartenleser für Übertragungen.
Konnektivität und Akkulaufzeit: die Kompromisse der Kompaktkamera
Die Konnektivität der V1 offenbart Canons Designentscheidungen. Einige sind mit der Creator-Positionierung kohärent, andere sind bei diesem Preis schwer zu rechtfertigen.
USB 2.0 und Micro-HDMI: zwei fragwürdige Wahlen
USB 2.0 mit 480 Mbit/s ist die enttäuschendste Konnektivität der V1. 2026 ist USB 3.2 oder USB-C 3.1 der Standard bei Geräten in dieser Preisklasse. Die praktische Folge ist zweifach: 4K-Video-Dateiübertragungen sind langsam, und USB-Laden ist in Leistung begrenzt. Micro-HDMI ist ein fragiler Anschluss, bekannt für Haltbarkeitsprobleme bei intensiver Nutzung. Die meisten Konkurrenten sind zu Standard-HDMI oder USB-C mit Video-Ausgabe übergegangen.
Wi-Fi und Bluetooth sind vorhanden, was drahtlose Dateiübertragung zu einem Smartphone über die Canon Camera Connect-App ermöglicht. Für Creator, die direkt vom Telefon veröffentlichen, ist das ein praktikabler Workflow. Aber Wi-Fi-Übertragung schwerer 4K-Dateien bleibt langsam im Vergleich zu einem USB 3.2-Kartenleser.
Einzelner SD-Kartensteckplatz und Akkulaufzeit: die Feldgrenzen
Der einzelne SD-Kartensteckplatz ist ein Deal-Breaker für jede professionelle Nutzung, die Redundanz erfordert. Bei Reisen oder Reportagen bedeutet eine beschädigte Karte den Verlust aller Dateien. Bei 999 EUR hat man das Recht, mindestens die Möglichkeit einer Echtzeit-Sicherung zu erwarten. Diese Wahl ist kohärent mit der Massenmarkt-Positionierung der V1, schließt aber faktisch Nutzungen aus, wo Datensicherheit kritisch ist.
Die CIPA-Akkulaufzeit beträgt 260 Auslösungen. Das ist ein niedriger Wert, im unteren Bereich der Kompaktkamera-Norm. Bei intensiver Video-Nutzung wird die reale Akkulaufzeit unter dieser CIPA-Messung liegen, die im Foto-Modus durchgeführt wird. Planen Sie mindestens einen Ersatz-Akku für einen ganzen Drehtag ein. Das Laden über USB 2.0 ist möglich, aber langsam.
- 260 Auslösungen CIPA: Ersatz-Akku für einen ganzen Tag einplanen
- Nur USB 2.0: langsames Laden, langsame Übertragungen, Konnektivität von gestern
- Micro-HDMI: fragiler Anschluss, bei intensiver Nutzung vorsichtig handhaben
- Einzelner SD-Kartensteckplatz: keine Redundanz, Risiko bei professioneller oder langer Reise-Nutzung
Gegen die Konkurrenz: drei bezifferte Duelle
Die V1 positioniert sich bei 999 EUR in einem Segment mit ernsthafter Konkurrenz. Drei Vergleiche drängen sich auf.
| Daten | Canon PowerShot V1Hier getestet | Sony ZV-1 II | Ricoh GR IV | Canon PowerShot V10 |
|---|---|---|---|---|
| Erscheinung | 2024 | 2023 | 2025 | 2023 |
| Sensor | — | 1-inch | APS-C | 1-inch |
| Auflösung | 22 MP | 20.1 MP | 26 MP | 15 MP |
| Max. native ISO | 25600 | 12800 | 204800 | 12800 |
| AF-Felder | 651 | 759 | 425 | 31 |
| Serie (elek.) | 30 fps | 30 fps | — | — |
| IBIS | 5 stops | Nein | 6 stops | Nein |
| Max. Video | 4K/120p | 4K/30p | 1080p/60p | 4K/60p |
| Wetterfest | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Dual-SD | Nein | Nein | Nein | Nein |
| Gewicht | 426 g | 292 g | 262 g | 211 g |
| Startpreis | 999 EUR | — | 1499 USD | 429 USD |
Die V1 dominiert bei Video-Bildrate und AF-Abdeckung, aber der APS-C des Ricoh GR IV schlägt bei Dynamik und IBIS.
Gegen den Sony ZV-1 II: das direkte Duell
Der Sony ZV-1 II ist der direkteste Konkurrent der V1. Beide nutzen einen Stacked-CMOS-Sensor, beide bieten 30 fps elektronische Serienaufnahmen, beide zielen auf Content-Creator. Die V1 hat Vorteile bei AF-Abdeckung (100 % gegen 92 %), AF-Empfindlichkeit (-5 EV gegen -4 EV), Auflösung (22 MP gegen 20,1 MP) und vor allem Video (4K/120fps 10 Bit gegen 4K/30p 10 Bit nach unserer Datenbank). Der Sony ZV-1 II bietet ein Log-Profil, das auf der V1 fehlt. Der Sony wiegt 292 g gegen 426 g für die V1. Die Wahl zwischen beiden hängt davon ab, ob man Video-Bildrate (V1) oder Leichtigkeit und Log (ZV-1 II) priorisiert.
Gegen den Ricoh GR IV: das APS-C-Argument
Der Ricoh GR IV kostet 1.499 USD, etwa 500 USD mehr als die V1. Aber er bietet einen APS-C-Sensor mit 26 MP, einen Dynamikumfang von 14,1 EV (gegen 10,1 EV), IBIS mit 6 Blendenstufen und wiegt nur 262 g. In der Fotografie ist der GR IV-Vorteil erdrückend. In Video übernimmt die V1 wieder die Kontrolle: Der GR IV ist nach unserer Datenbank auf 1080p/60p in 8 Bit begrenzt. Wenn Ihre Nutzung überwiegend Fotografie mit gelegentlichem Video ist, ist der GR IV trotz Mehrkosten die bessere Wahl. Wenn 4K-Video Ihre Priorität ist, setzt sich die V1 durch.
Gegen die Canon PowerShot V10: die Upgrade-Frage
Die PowerShot V10 wird zu 429 USD verkauft, weniger als die Hälfte des V1-Preises. Sie bietet einen 1-Zoll-Sensor mit 15 MP, 4K/60p-Video in 8 Bit und 31 AF-Punkte. Der Spec-Unterschied ist real: Die V1 bringt 22 MP, 651 AF-Punkte, 4K/120fps in 10 Bit und einen größeren Sensor. Wenn Sie von der V10 upgraden, ist das nur gerechtfertigt, wenn hohe Video-Bildrate oder Bildqualität bei schwachem Licht ein konkreter Bedarf ist. Sonst bleibt die V10 für Standard-Vlogging ausreichend.
Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis: eine enge Gleichung
Bei 999 EUR positioniert sich die V1 im oberen Bereich des Expert-Kompaktkamera-Segments. Ist dieser Preis gerechtfertigt?
Die PowerShot V1 startet bei 999 EUR in Europa und 899 USD in den USA. Das ist ein hoher Preis für eine Kompaktkamera ohne Sucher, ohne IBIS, ohne Wetterschutzklasse und mit einzelnem SD-Kartensteckplatz. Die Hauptrechtfertigung ist der beispiellose 1,4-Zoll Stacked-CMOS-Sensor und das 4K/120fps-Video in 10 Bit. Diese beiden Elemente haben kein direktes Äquivalent in der Kompaktkamera-Kategorie zu diesem Preis. Der Sony ZV-1 II ist günstiger und leichter, aber bei Video begrenzt. Der Ricoh GR IV ist teurer und besser in Fotografie, aber bei Video begrenzt.
Auf dem Gebrauchtmarkt erscheint die V1 etwa 18 Monate nach Start zwischen 650 und 750 EUR in gutem Zustand. Das ist ein interessantes Kaufzeitfenster für jemanden, der keine Herstellergarantie braucht. Vorsichtspunkte beim Gebrauchtkauf sind der Zustand des Objektivs (Kratzer auf der Frontlinse) und der Auslösungszähler, obwohl letzterer bei einem Video-orientierten Gerät weniger kritisch ist.
Fazit: für wen, und unter welcher Bedingung?
Die Canon PowerShot V1 ist ein ehrliches Gerät bei seinen Stärken und problematisch bei seinen Schwächen. Das Fazit ist klar.
Was die V1 schafft
Die V1 ist die fähigste Kompaktkamera des Marktes für 4K-Video mit hoher Bildrate in 10 Bit unter 1.000 EUR. Die Kombination 4K/120fps, 651 AF-Punkte mit 100 % Abdeckung, Mensch- und Tieraugen-Erkennung und 1,4-Zoll Stacked-CMOS-Sensor hat kein direktes Äquivalent in der Kompaktkamera-Kategorie. Für einen Content-Creator, der ein kompaktes, vielseitiges Werkzeug mit 4K-Zeitlupenvideo ohne Kompromisse beim AF will, ist das die beste verfügbare Wahl in diesem Format.
Was die V1 verfehlt
Das Fehlen von IBIS bei einem auf mobiles Video ausgerichteten Gerät ist der schwierigste Kompromiss. Die maximale Verschlusszeit von 1/2000 s begrenzt die Nutzung in direkter Sonne mit großer Blende. USB 2.0 ist veraltete Konnektivität. Der einzelne SD-Kartensteckplatz schließt jede ernsthafte professionelle Nutzung aus. Der Dynamikumfang von 10,1 EV ist angemessen, aber weit entfernt von den 14,1 EV eines konkurrierenden APS-C. Und das Fehlen von Log reduziert die Möglichkeiten für intensive Farbkorrektionen in der Nachbearbeitung.
Das endgültige Fazit
Die Canon PowerShot V1 verdient 5,8/10. Es ist ein gutes Werkzeug für ein spezifisches Profil: den Content-Creator, der 4K-Video mit hoher Bildrate in einer Kompaktkamera priorisiert, unter kontrollierten Lichtverhältnissen, ohne Anforderung an Speicher-Redundanz. Es ist keine Expert-Kompaktkamera im fotografischen Sinne. Anspruchsvolle Fotografen gehen zum Ricoh GR IV oder Sony RX1R III. Vlogger, die in Bewegung filmen, brauchen einen Gimbal, um das Fehlen von IBIS auszugleichen. Kaufen Sie sie für das, was sie gut macht, nicht für das, was sie zu decken vorgibt.
- Kaufen Sie die V1, wenn 4K/120fps in 10 Bit Ihre absolute Priorität in einer Kompaktkamera ist
- Vermeiden Sie sie, wenn Sie in Bewegung ohne Gimbal filmen: Das Fehlen von IBIS ist sichtbar
- Bevorzugen Sie den Ricoh GR IV (1.499 USD), wenn Fotografie vor Video kommt
- Bevorzugen Sie den Sony ZV-1 II, wenn Gewicht und Log-Profil wichtiger sind als Video-Bildrate
- Warten Sie auf ein Gebrauchtgerät bei 650-700 EUR, wenn Budget die Haupteinschränkung ist
Häufige Fragen
Ist die Canon PowerShot V1 für Reisefotografie geeignet?▾
Teilweise. Die V1 ist kompakt (426 g, 118 x 68 x 53 mm), was sie tragbar macht. Der AF mit 651 Punkten und die Serienaufnahmen mit 30 fps sind Vorteile zum Erfassen spontaner Momente. Aber das Fehlen von Wetterschutzklasse macht sie anfällig für Regen und Gischt, was bei Abenteuer-Reisen problematisch ist. Der Dynamikumfang von 10,1 EV ist für urbane Szenen angemessen, unzureichend für Landschaften mit hohem Kontrast. Und der einzelne SD-Kartensteckplatz ist ein Risiko bei langen Reisen. Für eine Stadtreise mit starker Video-Komponente eignet sie sich. Für Natur-Reisen oder schwierige Bedingungen schauen Sie woanders.
Kann die Canon PowerShot V1 einen Hybrid für Video ersetzen?▾
Für Standard-Creator-Nutzung ja. Das 4K/120fps-Video in 10 Bit, der AF mit 100 % Abdeckung und der schwenkbare Bildschirm decken die meisten Anforderungen eines Vloggers oder YouTube-Creators ab. Wo sie keinen Hybrid ersetzt: Das Fehlen von Log begrenzt professionelle Farbkorrektionen, das Fehlen von IBIS erfordert einen Gimbal für Bewegungsaufnahmen, und die Aufnahme ist nicht unbegrenzt. Für semi-professionelle Produktion bleibt ein Canon EOS R8 oder Sony A7C II überlegen.
Was ist der Unterschied zwischen der Canon PowerShot V1 und der V10?▾
Der Unterschied ist erheblich bei drei Punkten. Der Sensor wechselt von 1-Zoll 15 MP (V10) zu 1,4-Zoll 22 MP Stacked CMOS (V1). Der AF wechselt von 31 Punkten zu 651 Punkten mit 100 % Abdeckung und Augenerkennung. Das Video wechselt von 4K/60p 8 Bit zu 4K/120fps 10 Bit. Im Gegenzug kostet die V1 doppelt so viel (999 EUR gegen 429 USD) und wiegt mehr (426 g gegen 211 g). Wenn hohe Video-Bildrate und Bildqualität bei schwachem Licht echte Anforderungen sind, ist das Upgrade gerechtfertigt. Sonst bleibt die V10 ausreichend.
Hat die Canon PowerShot V1 einen Sucher?▾
Nein. Die V1 hat keinen Sucher, weder elektronisch noch optisch. Die Bildkomposition erfolgt ausschließlich auf dem 3-Zoll-Bildschirm, der vollständig schwenkbar ist. Bei Innenaufnahmen oder moderatem Licht ist der Bildschirm ausreichend. In direkter Sonne verschlechtert sich die Lesbarkeit. Wenn der Sucher für Ihre Praxis unverzichtbar ist, ist dieses Gerät nicht für Sie.
Ist die Canon PowerShot V1 wetterfest?▾
Nein. Die V1 hat keinen Schutz gegen Regen, Gischt oder Staub. Das ist ein Deal-Breaker für jede Außennutzung bei feuchtem Wetter. Wenn Wetterschutzklasse eine Anforderung ist, schauen Sie sich Pentax WG-8 (399 USD) oder OM System TG-7 (549 USD) an, die wetterfest sind, zum Preis von weniger leistungsstarker Bildqualität und Video.
Wer ist der beste Konkurrent der Canon PowerShot V1?▾
Das hängt von der Priorität ab. Für Fotografie ist der Ricoh GR IV (1.499 USD) überlegen bei allen Punkten: APS-C-Sensor 26 MP, 14,1 EV Dynamik, IBIS 6 Blendenstufen, bei nur 262 g Gewicht. Für leichte Video mit Log-Profil ist der Sony ZV-1 II kompakter (292 g) und bietet Log, das auf der V1 fehlt. Für Budget ist die Canon PowerShot V10 (429 USD) für weniger als die Hälfte des Preises ausreichend für grundlegende Vlogging-Anforderungen. Es gibt keinen Konkurrenten, der die V1 bei 4K/120fps 10-Bit-Video in einer Kompaktkamera unter 1.000 EUR schlägt.
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