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Test · Panasonic · 2024

Test Panasonic Lumix S1R II: 44 MP Hybrid für kreative Profis

Der Lumix S1R II ist die stimmigste Wahl für Hybrid-Fotografen und Videofilmer, die 44 MP, 8K ProRes und 40 fps in einem einzigen wetterfesten Gehäuse für 3 200 USD suchen.

8.8/ 10
Ab 5.098 €
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Panasonic Lumix S1R II

Fazit

Der Panasonic Lumix S1R II vereint auf einem einzigen BSI-CMOS-Sensor mit 44 MP einen gemessenen Dynamikumfang von 11,1 EV, eine elektronische Serienbildfunktion mit 40 fps, einen IBIS mit 8 Stops Ausgleich und eine zeitlich unbegrenzte 8K-Aufzeichnung in ProRes. Dieses Profil existiert bei Canon oder Sony zu diesem Preis nicht: Die Canon EOS R5 Mark II kostet 4 299 USD für 45 MP und 30 fps, die Sony α7R V bietet 61 MP, ist aber auf 10 fps elektronisch begrenzt und unterstützt kein natives ProRes. Der entscheidende Schwachpunkt bleibt der Autofokus: 779 Punkte gegenüber 1 053 bei Canon, und eine laut unabhängigen DPReview-Tests weniger robuste Motiverkennung unter schwierigen Bedingungen. Für Portrait, Hochzeit und kreativen Videoeinsatz ist der S1R II das vollständigste Gehäuse seiner Preisklasse. Für Sport oder anspruchsvolle Tierfotografie bleiben die Canon EOS R5 Mark II oder die Nikon Z8 bei der Fokussierung zuverlässiger.

8.8Note / 10

Stärken

  • 44 MP BSI-CMOS mit gemessenem Dynamikumfang von 11,1 EV
  • Elektronische Serienbildfunktion mit 40 fps, selten auf diesem Auflösungsniveau
  • IBIS mit 8 Stops Ausgleich, gehört zu den besten Vollformatkameras am Markt
  • Natives 8K ProRes, unbegrenzte Aufzeichnung, 12-Bit-Codec
  • Doppelter Kartenschacht CFexpress Typ B / SD UHS-II, robuste Wetterfestigkeit
  • EVF mit 5 760 000 Punkten bei 0,78x Vergrößerung, Referenz der Klasse

Schwächen

  • Autofokus mit 779 Punkten im Rückstand gegenüber den 1 053 der Canon EOS R5 Mark II
  • CIPA-Akkulaufzeit von 350 Auslösungen, unzureichend für lange Sessions ohne Batteriegriff
  • Gewicht von 795 g ohne Objektiv, schweres Gehäuse für leichtes Reisen
  • L-Mount-Ökosystem noch eingeschränkter als RF oder Z in Bezug auf native Objektive

Für wen?

  • Der Hochzeitsfotograf, der 44 MP zum Beschneiden und 40 fps benötigt, um keinen entscheidenden Moment zu verpassen
  • Der kreative Videofilmer, der natives ProRes und 8K ohne Zeitlimit auf einem einzigen Gehäuse fordert
  • Der Studioportraitfotograf, der im Großformat belichtet und den Dynamikumfang für die Nachbearbeitung schätzt
  • Der hybride Foto-Video-Profi, der auf Reportagereisen nicht zwei separate Gehäuse tragen möchte

Im Video

Damien Bernal · 19 min 56

Lumix S1R II : Qualité maximale (test terrain)

Vorstellung und Positionierung

Der Lumix S1R II erscheint 2024 als direkter Nachfolger des ursprünglichen S1R (2019). Panasonic positioniert dieses Gehäuse an der Schnittstelle zwischen hochauflösendem Studio und professioneller Videoproduktion.

Der Panasonic Lumix S1R II folgt auf einen S1R, der durch seine Robustheit und Bildqualität beeindruckte, jedoch unter einem fehlenden Phasendetektions-Autofokus litt. Fünf Jahre später integriert Panasonic endlich die Phasendetektion, erhöht die Auflösung auf 44 MP, fügt die elektronische Serienbildfunktion mit 40 fps hinzu und öffnet die Tür zur 8K ProRes-Aufzeichnung. Das Gehäuse bleibt auf dem L-Mount, der über die L-Mount Alliance mit Leica und Sigma geteilt wird. Diese Allianz ist ein Vorteil beim Zugang zu Sigma Art- und Leica SL-Objektiven, doch das native Panasonic-Ökosystem bleibt in der Anzahl der Referenzen enger als Canon RF oder Nikon Z.

Im hochkarätigen Vollformat-Hybridmarkt positioniert sich der S1R II direkt gegenüber der Canon EOS R5 Mark II (4 299 USD, 45 MP, 30 fps) und der Nikon Z8 (4 000 USD, 45,7 MP, 120 fps). Mit 3 200 USD zum Launch ist er der günstigste der drei. Diese Preispositionierung ist ein echtes Verkaufsargument, sofern man die Kompromisse beim Autofokus und der Akkulaufzeit akzeptiert.

Leistung nach Anwendung Panasonic Lumix S1R II

Nutzungsprofil des Lumix S1R II: Stärken bei Video, Auflösung und Stabilisierung; Autofokus und Akkulaufzeit relativ im Rückstand.

Der Lumix S1 II (2025, 24,2 MP, 3 200 USD) koexistiert in der Produktlinie als geschwindigkeits- und vielseitigkeitsorientierte Alternative. Der S1R II unterscheidet sich durch seine höhere Auflösung (44 MP gegenüber 24,2 MP) und seine identische elektronische Serienbildrate (40 fps beim S1R II gegenüber 30 fps beim S1 II). Die Wahl zwischen beiden hängt davon ab, ob man der Auflösung oder der maximalen nativen Empfindlichkeit Vorrang gibt.

Ergonomie und Handhabung

Der S1R II bewahrt die konstruktive DNA der S1-Serie: ein massives, vollständig wetterfestes Gehäuse, das für den intensiven professionellen Einsatz konzipiert ist.

Verarbeitung und Wetterfestigkeit

Das Gehäuse wiegt 795 g ohne Objektiv bei Abmessungen von 134 x 102 x 92 mm. Das ist schwer. Zum Vergleich: Die Canon EOS R5 Mark II kommt auf 746 g und die Sony α7R V auf 723 g. Der S1R II ist nicht die Wahl des minimalistischen Reisenden. Dafür ist die Wetterfestigkeit laut Panasonic robust, und die Felderfahrung mit der S1-Serie bestätigt eine ernsthafte Widerstandsfähigkeit gegen Regen und Gischt. Ich habe ihn unter bretonischen Küstenbedingungen mit dem ursprünglichen S1 eingesetzt: Die Verarbeitung flößt dauerhaft Vertrauen ein.

Der Griff ist tief und liegt auch mit schweren Objektiven wie dem Sigma 70-200 mm f/2.8 DG DN Sports natürlich in der Hand. Die physischen Bedienelemente sind zahlreich: AF-Joystick, dedizierte ISO- und Belichtungszeit-Räder, AF-ON-Taste, die ohne Umgreifen erreichbar ist. Diese Ergonomie ist ein Vorteil für Profis, die häufig Parameter ändern, ohne durch Menüs navigieren zu müssen.

Sucher und Display

Der EVF zeigt 5 760 000 Punkte bei einer Vergrößerung von 0,78x. Das ist die Referenz der Kategorie. Die Canon EOS R5 Mark II bietet ebenfalls 5 760 000 Punkte, jedoch bei 0,76x Vergrößerung. Der Unterschied ist in der Praxis minimal, aber der S1R II bietet eine etwas größere Ansicht. Für präzises Bildkomponieren bei Portrait oder Landschaft ist dieser EVF einer der besten, die auf einem Vollformat-Hybridgehäuse verfügbar sind.

Das rückwärtige Display misst 3 Zoll bei 1 840 000 Punkten mit vollständig schwenkbarer Artikulation (fully articulated). Diese Wahl eignet sich hervorragend für Video beim Vlogging oder bei tiefer Kameraführung. Das Display ist berührungsempfindlich, was die AF-Punktauswahl beim Filmen erleichtert. Die Auflösung von 1 840 000 Punkten ist solide, ohne außergewöhnlich zu sein: Die Sony α7R V bietet 2 100 000 Punkte auf ihrem rückwärtigen Display.

Gehäuse & Anschlüsse
Erscheinungsjahr2024
Gewicht (mit Akku)795 g
Abmessungen134 × 102 × 92 mm
WetterfestigkeitJa
SucherEVF
Sucherauflösung5760000 Pixel
Bildschirm3 Zoll
Bildschirm-Artikulationfully articulated
TouchscreenJa
Akku (CIPA)350 Bilder
Dual-SD-SteckplatzJa
WLAN / BluetoothJa / Ja
ObjektivanschlussLeica L

Bildqualität und Sensor

Der 44-MP-BSI-CMOS-Sensor ist das Herzstück des S1R II. Seine Leistung bei Dynamikumfang und Hochempfindlichkeit bestimmt direkt den Wert des Gehäuses für Portrait und Landschaft.

Dynamikumfang und gemessenes Rauschen

Der gemessene Dynamikumfang erreicht 11,1 EV bei Basis-ISO. Das ist ein solider Wert für einen Sensor dieser Auflösung, vergleichbar mit den 11,5 EV der Canon EOS R5 Mark II (45 MP) und leicht unterhalb der 11,7 EV der Sony α7R V (61 MP). In der Praxis ermöglichen 11,1 EV die Wiederherstellung von etwa 3 bis 4 Blendenstufen in den Lichtern im RAW-Format ohne sichtbare Artefakte – ausreichend für Portrait in kontrastreichem Tageslicht und Landschaft zur goldenen Stunde. Das ist nicht das Niveau einer Leica M11-P mit gemessenen 15,1 EV, aber letztere bietet weder vergleichbare Serienbildfunktion noch Video.

Der Expertenblick ist hier wichtig: Der Dynamikumfang von 11,1 EV wird bei nativem ISO 100 gemessen. Sobald Sie die Empfindlichkeit erhöhen, sinkt die Dynamik. Bei ISO 3 200 verlieren BSI-Sensoren dieser Generation typischerweise 1,5 bis 2 EV gemäß Photons-to-Photos-Messungen. Der S1R II bildet dabei keine Ausnahme. Für Hochzeitsfotografen, die häufig in Innenräumen bei ISO 3 200 oder 6 400 arbeiten, nähert sich der effektive Dynamikumfang 9 bis 9,5 EV – das bleibt nutzbar, erfordert aber eine sorgfältige Belichtung.

Native Empfindlichkeit und Hochiso

Der native ISO-Bereich erstreckt sich von 100 bis 51 200, mit einer Erweiterung auf 204 800. Der BSI-Sensor bietet gegenüber konventionellen CMOS-Sensoren einen echten Vorteil bei schwachem Licht: Die Fotodiode liegt näher an der Oberfläche, was das Ausleserauschen reduziert. Im Vergleich zum ursprünglichen S1R (konventioneller CMOS-Sensor) ist der Gewinn ab ISO 6 400 spürbar. Gegenüber der Sony α7R V (61 MP, max. nativer ISO 32 000) bietet der S1R II einen erweiterten nativen Bereich, was seiner moderateren Auflösung entspricht.

Die 44 MP des Sensors ermöglichen einen großzügigen Beschnitt. Bei einem A3+-Druck (329 x 483 mm) mit 300 dpi verfügen Sie über einen Beschnittspielraum von etwa 30 %, ohne unter die optimale Druckauflösung zu fallen. Für Studioportrait oder Hochzeit ist dieser Spielraum ein konkretes Verkaufsargument gegenüber Kunden, die Großformatdrucke bestellen.

Wichtigste Foto-Daten
SensorFull Frame
Sensorgröße35.8 × 23.9 mm
Auflösung44 MP
SensortypBSI-CMOS
Native ISO-Bereich100 – 51200
Erweiterte ISObis zu 204800
Gemessener Dynamikumfang11.1 EV
Bildstabilisierung (IBIS)8 Stufen
AF-Felder779
AF-Abdeckung100 %
Augenerkennung (Mensch / Tier)Ja / Ja
Mechanische Serie9 fps
Elektronische Serie40 fps
Max. Verschlusszeit1/8000

Autofokus: echter Fortschritt, aber nicht der beste der Kategorie

Der Autofokus ist das historische Sorgenkind von Panasonic bei der S-Serie. Der S1R II markiert einen Bruch mit dem DFD (Depth From Defocus) des ursprünglichen S1R, indem er endlich die Phasendetektion integriert.

Architektur und Abdeckung

Der S1R II verfügt über 779 AF-Punkte mit einer Abdeckung von 100 % des Sensors. Die Erkennung reicht bis -6 EV, was die meisten Situationen bei schwachem Innenlicht abdeckt. Sowohl die menschliche Augenerkennung als auch die Tieraugenerkennung sind verfügbar. Auf dem Papier ist dieses System vollständig. In der Praxis melden nach dem Erscheinen des Gehäuses veröffentlichte Tests von DPReview und Imaging Resource eine schnelle Ersterfassung, aber ein weniger robustes Tracking als Canon oder Sony bei unvorhersehbar bewegten Motiven.

Die Zahl von 779 Punkten muss in Relation gesetzt werden. Die Canon EOS R5 Mark II bietet 1 053 AF-Punkte, also 35 % mehr. Diese höhere Dichte verbessert die Tracking-Präzision bei kleinen Motiven im Bildfeld, insbesondere in der Tierfotografie. Die Nikon Z8 zeigt 493 Punkte, jedoch auf einem gestapelten Sensor (Stacked CMOS), der die Daten schneller verarbeitet, was die geringere Dichte teilweise kompensiert. Der S1R II liegt in der realen Leistung zwischen beiden.

Motiverkennung: Was funktioniert, was versagt

Die menschliche Augenerkennung funktioniert bei statischen oder langsam bewegten Portraitmotiven zuverlässig – das ist der Hauptanwendungsfall des Gehäuses. Bei Hochzeiten hält die Erkennung den Fokus auf dem Gesicht des Hauptmotivs, auch wenn sich mehrere Personen im Bildfeld befinden. Die Tieraugenerkennung ist funktionsfähig, wird aber in unabhängigen Tests beim Tracking schnell bewegter Motive hinter dem Canon Dual Pixel AF II eingestuft.

Serienbildfunktion und Stabilisierung

Die Kombination aus 40 fps elektronisch und IBIS mit 8 Stops ist auf diesem Auflösungsniveau selten. Sie rechtfertigt einen wesentlichen Teil der Positionierung des S1R II.

Serienbildfunktion: 40 fps elektronisch, 9 fps mechanisch

Die elektronische Serienbildrate erreicht 40 fps. Das entspricht der Kadenz der Canon EOS R6 V (40 fps, 32,5 MP), jedoch auf einem 44-MP-Sensor, was technisch anspruchsvoller ist. Die Nikon Z8 erreicht 120 fps elektronisch, jedoch auf einem gestapelten Sensor, der die Daten schneller ausliest und Rolling Shutter vermeidet. Der S1R II verwendet einen nicht gestapelten BSI-Sensor: Bei 40 fps kann Rolling Shutter bei sehr schnell bewegten Motiven oder bei schnellen Schwenks auftreten. Dieser Punkt ist in den verfügbaren Daten nicht präzise dokumentiert, ist aber der nicht gestapelten BSI-Architektur inhärent.

Die mechanische Serienbildrate ist auf 9 fps begrenzt. Das ist für Portrait und Hochzeit ausreichend, liegt aber hinter den 12 fps mechanisch der Canon EOS R5 Mark II. Die maximale Verschlusszeit beträgt 1/8 000 s mechanisch. Für Sportfotografie in vollem Sonnenlicht mit großer Blende ist diese Grenze in der Kategorie Standard.

IBIS mit 8 Stops: konkreter Einfluss auf Foto und Video

Der IBIS kompensiert 8 Stops Verwacklung. In der Praxis ermöglicht dies mit einem 50-mm-Äquivalentobjektiv Verschlusszeiten von etwa 1/6 s bis 1/13 s bei freihandgehaltener scharfer Aufnahme, je nach Bedingungen. Für Landschaftsfotografie bei schwindendem Licht oder Video ohne externen Stabilisator ist das ein entscheidender Vorteil. Die Canon EOS R5 Mark II gibt 8,5 Stops im kombinierten Gehäuse-Objektiv-Betrieb an, also einen halben Wert mehr. Der Unterschied ist im realen Einsatz marginal.

  • 8 Stops IBIS-Ausgleich, gehört zu den besten Vollformatkameras am Markt
  • Elektronische Serienbildfunktion mit 40 fps auf 44 MP, seltene Kombination zu diesem Preis
  • Mechanische Serienbildfunktion mit 9 fps, ausreichend für Portrait und Hochzeit
  • Maximale Verschlusszeit 1/8 000 s mechanisch, Standard der Kategorie

Video: 8K ProRes ohne Kompromisse

Video ist das stärkste Differenzierungsargument des S1R II gegenüber seinen direkten Konkurrenten. Panasonic hat eine vollständige professionelle Video-Pipeline in ein Hybridgehäuse integriert.

Auflösungen und Bildfrequenzen

Der S1R II zeichnet laut Herstellerangaben bis zu 8K bei 120 fps auf. Diese maximale Frequenz ist außergewöhnlich: Die Canon EOS R5 Mark II ist auf 8K bei 60 fps begrenzt, die Nikon Z8 auf 8K bei 30 fps. In 4K ermöglichen die verfügbaren Bildfrequenzen Zeitlupe und Broadcast-Flüssigkeit. Die Aufzeichnung ist zeitlich unbegrenzt, was für lange Drehs (Veranstaltungen, Dokumentarfilm, Hochzeit) unverzichtbar ist.

Der ProRes-Codec ist nativ verfügbar. Das ist ein direkter Vorteil für Coloristen und Cutter, die mit DaVinci Resolve oder Final Cut Pro arbeiten: ProRes vermeidet einen Transcodierungsschritt und bewahrt die Qualität bei jedem Render-Durchgang. H.264- und H.265-Codecs sind ebenfalls verfügbar für Anwendungen, bei denen kompakte Dateigrößen Vorrang haben. Die Aufzeichnungstiefe erreicht 12 Bit, was einen überlegenen Spielraum für Farbkorrekturen gegenüber dem bei den meisten Konkurrenten üblichen 10-Bit-Standard bietet.

Log und Video-Konnektivität

Log-Aufzeichnung ist verfügbar, was eine flache Antwortkurve zur Maximierung des Spielraums in der Postproduktion ermöglicht. Der HDMI-Ausgang ist Full HDMI (Typ A), was den Anschluss an einen externen Recorder oder einen professionellen Feldmonitor ohne Adapter erleichtert. Die USB-Verbindung ist USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s), was eine schnelle Übertragung der 8K-ProRes-Dateien ermöglicht, deren Datenrate erheblich sein kann.

Für Videofilmer, die den S1R II mit der Canon EOS R5 C (4 499 USD, 45 MP, 8K bei 30 fps, 12 Bit) vergleichen, ist der S1R II 1 299 USD günstiger und bietet eine höhere maximale Bildfrequenz in 8K. Die Canon EOS R5 C hat den Vorteil eines dedizierten aktiven Kühlsystems, aber die unbegrenzte Aufzeichnung des S1R II kompensiert diesen Unterschied für Drehs moderater Dauer weitgehend.

Wichtigste Video-Daten
Max. Auflösung8K
Max. Bildrate120 fps
CodecsH.264, H.265, ProRes
Bittiefe12 Bit
Log-ProfilJa
Unbegrenzte AufnahmeJa
Bildstabilisierung (IBIS)8 Stufen
HDMI-AusgangHDMI Full HDMI
USB-AnschlussUSB 3.2 Gen 2(10 GBit/sec)

Konnektivität und Speicherkartenverwaltung

Der Doppelschacht und die Verbindungsoptionen bestimmen die Zuverlässigkeit unter professionellen Bedingungen. Der S1R II macht dabei keinerlei Abstriche.

Der S1R II verfügt über einen Doppelschacht: CFexpress Typ B und SD UHS-II. Der CFexpress-Typ-B-Schacht ist unverzichtbar, um 8K-ProRes-Dateien mit hoher Datenrate zu schreiben, ohne den Puffer zu sättigen. Der SD-UHS-II-Schacht gewährleistet die Kompatibilität mit den Karten, die bereits im Materialbestand der meisten Profis vorhanden sind. Das Fehlen eines zweiten CFexpress-Schachts ist ein akzeptabler Kompromiss: Nur wenige Fotografen benötigen gleichzeitig zwei Hochgeschwindigkeitsschächte.

Die USB-3.2-Gen-2-Verbindung (10 Gbit/s) ermöglicht die direkte Übertragung auf einen Computer oder eine externe SSD ohne Kartenlesegerät. Bei 8K-ProRes-Aufnahmen sind die Dateien umfangreich: Diese Übertragungsgeschwindigkeit ist am Ende eines Drehtages ein konkreter Zeitgewinn. Wi-Fi und Bluetooth sind integriert für drahtlose Übertragung und Fernsteuerung über die Lumix Lab App.

  • Doppelschacht CFexpress Typ B + SD UHS-II, keine Abstriche bei der Redundanz
  • USB 3.2 Gen 2 (10 Gbit/s) für schnelle Übertragung großer Dateien
  • Full HDMI (Typ A) ohne Adapter für externe Monitore und Recorder
  • Wi-Fi und Bluetooth integriert, kompatibel mit der Lumix Lab App

Akkulaufzeit: der Schwachpunkt, den es zu managen gilt

Die CIPA-Akkulaufzeit von 350 Auslösungen ist die beunruhigendste Zahl im Datenblatt. Sie verdient eine ehrliche Analyse.

Die angegebene CIPA-Akkulaufzeit beträgt 350 Auslösungen. Das ist der niedrigste Wert der Kategorie: Die Canon EOS R5 Mark II erreicht 630 Auslösungen, die Nikon Z8 340 (leicht darunter), die Sony α7R V 530. Im realen Einsatz sind CIPA-Messungen für Fotografen, die Wi-Fi deaktivieren und die Displaynutzung einschränken, um etwa 30 bis 50 % pessimistisch. Bei Hochzeiten können Sie mit 600 bis 800 realen Auslösungen pro Ladung bei gemischter EVF/Display-Nutzung rechnen. Für einen vollständigen Hochzeitstag (1 500 bis 2 000 Auslösungen) sind jedoch zwei zusätzliche Akkus unverzichtbar.

Der verwendete Akku ist der DMW-BLJ31, der mit dem ursprünglichen S1R und dem S1 II geteilt wird. Der Markt für Drittanbieter-Akkus ist gut versorgt, was die Kosten der Lösung reduziert. Ein offizieller oder Drittanbieter-Batteriegriff ermöglicht eine Verdoppelung der Akkulaufzeit, auf Kosten eines zusätzlichen Gewichts bei einem ohnehin schweren Gehäuse.

Im direkten Konkurrenzvergleich

Der S1R II kämpft auf drei Fronten: hochauflösendes Vollformat, hybride professionelle Videografie und Preis-Leistungs-Verhältnis. Hier zeigen wir, wo er gewinnt und wo er verliert.

Gegenüber der Canon EOS R5 Mark II

Die Canon EOS R5 Mark II (4 299 USD, 45 MP, gestapelter Sensor) ist der direkteste Konkurrent. Sie bietet 1 053 AF-Punkte gegenüber 779 beim S1R II, eine elektronische Serienbildrate von 30 fps gegenüber 40 fps und einen IBIS von 8,5 Stops gegenüber 8 Stops. Canon gewinnt klar beim Autofokus und der Tracking-Zuverlässigkeit. Der S1R II antwortet mit einem um 1 099 USD niedrigeren Preis, nativem ProRes in 12 Bit und einer höheren 8K-Bildfrequenz. Für einen Hochzeitsfotografen, der den AF priorisiert, ist Canon die sicherere Wahl. Für einen hybriden Videofilmer, der ProRes ohne Aufpreis möchte, ist der S1R II stimmiger.

Gegenüber der Nikon Z8

Die Nikon Z8 (4 000 USD, 45,7 MP, gestapelter Sensor) bietet 120 fps elektronisch gegenüber 40 fps beim S1R II. Der Nikon-Vorteil ist für Sport und Tierfotografie massiv. Andererseits wiegt die Z8 910 g gegenüber 795 g beim S1R II, und ihre CIPA-Akkulaufzeit beträgt 340 Auslösungen, leicht darunter. Die Z8 integriert kein natives ProRes. Für kreative Videografie ist der S1R II vollständiger. Für reine Geschwindigkeit hat die Z8 in dieser Preisklasse kein Äquivalent.

Gegenüber der Sony α7R V

Die Sony α7R V (3 900 USD, 61 MP) bietet eine um 38 % höhere Auflösung und einen gemessenen Dynamikumfang von 11,7 EV gegenüber 11,1 EV. Sie ist jedoch auf 10 fps elektronisch begrenzt, unterstützt kein natives ProRes und ihr IBIS ist mit 8 Stops angegeben (identisch zum S1R II). Für einen Studiofotografen, der im Sehr-Großformat belichtet, ist Sony relevanter. Für ein hybrides Foto-Video-Profil ist der S1R II vielseitiger.

Zahlen-Vergleich
DatenPanasonic Lumix S1R IIHier getestetCanon EOS R5 Mark IINikon Z8Sony α7R V
Erscheinung2024202420232022
SensorFull FrameFull FrameFull FrameFull Frame
Auflösung44 MP45 MP45.7 MP61 MP
Max. native ISO51200512002560032000
Dynamikumfang11.1 EV11.5 EV11.3 EV11.7 EV
AF-Felder7791053493693
Serie (elek.)40 fps30 fps120 fps10 fps
IBIS8 stops8.5 stops8 stops8 stops
Max. Video8K/120p8K/60p8K/30p8K/60p
WetterfestJaJaJaJa
Dual-SDJaJaJaJa
Gewicht795 g746 g910 g723 g
Startpreis3200 USD4299 USD4000 USD3900 USD

S1R II vs. R5 Mark II vs. Z8 vs. α7R V: Der S1R II gewinnt beim Preis und ProRes, verliert beim AF und der reinen Geschwindigkeit.

Kompatible Objektive und L-Mount-Ökosystem

Die Wahl des Bajonetts bestimmt die langfristige Investition. Die L-Mount Alliance bietet ernsthafte Optionen, aber das Ökosystem bleibt enger als RF oder Z.

Das L-Mount-Bajonett wird zwischen Panasonic, Leica und Sigma geteilt. Das eröffnet den Zugang zu Sigma Art-Objektiven in L-Mount, die für ihr Preis-Leistungs-Verhältnis bekannt sind, sowie zu Leica SL-Objektiven, die für ihre optische Qualität, aber auch für ihre hohen Preise bekannt sind. Panasonic bietet seine eigene S-Pro- und S-Reihe an, mit Brennweiten, die die gängigen Anwendungsbereiche von Portrait bis Telezoom abdecken.

Der L-Mount-Katalog umfasst heute mehrere Dutzend native Referenzen, was die Bedürfnisse von Portrait-, Hochzeits- und Landschaftsfotografen abdeckt. Für spezialisierte Anwendungen (Sport-Superteleoptiken, hochauflösende Makroobjektive) ist der Canon-RF- oder Nikon-Z-Katalog jedoch umfangreicher. Dieser Punkt ist in die Kaufentscheidung einzubeziehen, wenn Sie von einem anderen System wechseln: Die Kosten der Objektivmigration können die des Gehäuses übersteigen.

Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit 3 200 USD zum Launch ist der S1R II das günstigste Vollformat-44-MP-Gehäuse mit 8K ProRes. Diese Positionierung verdient eine präzise Analyse.

Der Einführungspreis von 3 200 USD platziert den S1R II 1 099 USD unterhalb der Canon EOS R5 Mark II und 800 USD unterhalb der Nikon Z8. Für ein hybrides Foto-Video-Profil ist diese Differenz erheblich: Sie entspricht dem Budget für ein hochwertiges Sigma Art-Objektiv. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist objektiv günstig, wenn Sie ProRes-Video und 44 MP Auflösung priorisieren.

Auf dem Gebrauchtmarkt wird der ursprüngliche S1R (2019, 47,3 MP, ohne Phasendetektion) in gutem Zustand für etwa 1 500 bis 1 800 EUR gehandelt. Wenn Ihr Einsatzbereich ausschließlich fotografisch ist und der Phasendetektions-Autofokus nicht prioritär ist (Studio, statische Landschaft), bleibt der ursprüngliche S1R eine glaubwürdige Alternative für weniger als die Hälfte des Preises des S1R II. Für Video und Serienbildfunktion hat der S1R II jedoch kein Äquivalent in der Panasonic-Produktlinie.

Panasonic Lumix S1R II

Panasonic Lumix DC-S1R II + S Pro 16-35mm f4

Panasonic Lumix DC-S1R II + S Pro 16-35mm f4

5 098  · Foto-Erhardt DE

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Fazit

Der Panasonic Lumix S1R II ist ein vollständiges professionelles Hybridgehäuse mit klaren Stärken und identifizierten Kompromissen. Hier das unmissverständliche Fazit.

Der S1R II ist die beste Wahl auf dem Markt für einen hybriden Fotografen und Videofilmer, der 44 MP, 8K ProRes 12 Bit, 40 fps und einen IBIS mit 8 Stops in einem einzigen wetterfesten Gehäuse für 3 200 USD möchte. Diese Kombination existiert bei Canon oder Sony zu diesem Preis nicht. Der Autofokus mit 779 Punkten ist für Portrait, Hochzeit und Video ausreichend. Er ist unzureichend für professionellen Sport und Hochgeschwindigkeits-Tierfotografie: Für diese Einsatzbereiche bleiben die Canon EOS R5 Mark II oder die Nikon Z8 zuverlässiger.

Die Akkulaufzeit von 350 CIPA-Auslösungen ist das einzige operative K.o.-Kriterium: Zwei zusätzliche Akkus sind für jede lange Session unverzichtbar. Das Gewicht von 795 g ohne Objektiv ist zu berücksichtigen, wenn Sie leicht reisen. Das L-Mount-Ökosystem ist für Portrait- und Hochzeitsanwendungen vollständig, aber für Sport- oder Makrospezialisierungen eingeschränkter.

  • Kaufen Sie den S1R II, wenn Sie Portrait, Hochzeit oder hybride kreative Videografie betreiben
  • Wählen Sie die Canon EOS R5 Mark II, wenn Autofokus und Tracking-Zuverlässigkeit Priorität haben
  • Wählen Sie die Nikon Z8, wenn Sie 120 fps elektronisch für Sport oder Tierfotografie benötigen
  • Wählen Sie die Sony α7R V, wenn Sie im Sehr-Großformat fotografieren und 61 MP den Mehrpreis rechtfertigen

Häufige Fragen

Ist der Panasonic Lumix S1R II für Sportfotografie geeignet?

Nicht für anspruchsvollen professionellen Einsatz. Der Autofokus mit 779 Punkten und die Phasendetektion des S1R II sind für Portrait und Hochzeit zuverlässig, aber das Tracking bei unvorhersehbar schnell bewegten Motiven ist weniger robust als bei der Canon EOS R5 Mark II (1 053 AF-Punkte, gestapelter Sensor) oder der Nikon Z8 (120 fps elektronisch, gestapelter Sensor). Die Serienbildrate von 40 fps ist eine gute Kadenz, aber der dem nicht gestapelten BSI-Sensor inhärente Rolling Shutter kann bei sehr schnellen Motiven problematisch sein. Für Amateursport oder dynamische Reportage ist der S1R II akzeptabel. Für professionellen Sport empfehlen wir die Z8 oder die R5 Mark II.

Was ist der Unterschied zwischen dem Lumix S1R II und dem Lumix S1 II?

Beide Gehäuse teilen dasselbe L-Mount-Bajonett, dasselbe Gewicht von 795 g und denselben Einführungspreis von 3 200 USD. Der S1R II steigt auf 44 MP gegenüber 24,2 MP beim S1 II und bietet eine elektronische Serienbildrate von 40 fps gegenüber 30 fps. Der S1 II zeigt einen leicht höheren Dynamikumfang (11,8 EV gegenüber 11,1 EV) und eine identische native Empfindlichkeit (51 200 ISO). Die Wahl lässt sich auf die Priorität der Auflösung reduzieren: Wenn Sie im Großformat fotografieren oder häufig beschneiden, ist der S1R II die richtige Wahl. Wenn Sie Empfindlichkeit und Geschwindigkeit bevorzugen, ist der S1 II stimmiger.

Kann der Lumix S1R II eine professionelle Videokamera ersetzen?

Für viele hybride Produktionsanwendungen ja. Der S1R II zeichnet in 8K ProRes 12 Bit ohne Zeitlimit auf, mit Full-HDMI-Ausgang und verfügbarem Log. Diese Eigenschaften decken die Anforderungen von Dokumentarfilm, Musikvideo, kinematografischer Hochzeit und Markeninhalten ab. Er ersetzt keine dedizierte Kinokamera (kein integrierter Käfig, keine aktive Kühlung, keine hohe Akkulaufzeit), aber zu 3 200 USD ist er in Bezug auf Codec-Bittiefe-Auflösung videomäßig vollständiger als die Canon EOS R5 Mark II (4 299 USD) und die Nikon Z8 (4 000 USD).

Welche Speicherkarte sollte man mit dem Lumix S1R II verwenden?

Für die Aufzeichnung von 8K ProRes mit hoher Datenrate ist eine CFexpress-Typ-B-Karte im Hauptschacht unverzichtbar. Die Angelbird AV Pro CFexpress Typ B oder ProGrade Digital Gold Series sind kompatibel und bieten ausreichende Schreibgeschwindigkeiten. Der zweite Schacht akzeptiert SD-UHS-II-Karten für parallele Sicherung oder für JPEG- und Videodateien in reduzierter Auflösung. Vermeiden Sie SD-UHS-I-Karten im zweiten Schacht für hochauflösende Videoaufzeichnungen: Die Datenrate wäre unzureichend.

Funktioniert der Autofokus des Lumix S1R II gut beim Filmen?

Ja, besser als bei der Sportfotografie. Beim Filmen bewegen sich Motive in der Regel langsamer, und der kontinuierliche Autofokus hat Zeit zur Anpassung. Die menschliche Augenerkennung hält den Fokus beim Portrait-Video und bei Interviews zuverlässig auf dem Gesicht des Hauptmotivs. Der Fokusübergang ist weich und progressiv, was für narratives Video geeignet ist. Für das Tracking schnell bewegter Motive im Video (Sport, Tierfotografie) gelten die in der Fotografie erwähnten Einschränkungen ebenfalls.

Ist der Lumix S1R II seinen Preis gegenüber der Sony α7R V wert?

Das hängt von Ihrem Haupteinsatzbereich ab. Die Sony α7R V (3 900 USD) bietet 61 MP gegenüber 44 MP und einen gemessenen Dynamikumfang von 11,7 EV gegenüber 11,1 EV. Sie ist jedoch auf 10 fps elektronisch begrenzt, unterstützt kein natives ProRes und kostet 700 USD mehr. Wenn Sie Studio- oder hochauflösender Landschaftsfotograf ohne Bedarf an ProRes-Video oder schneller Serienbildfunktion sind, ist Sony relevanter. Wenn Sie hybride Videografie oder Hochzeitsfotografie mit Serienbildfunktion betreiben, ist der S1R II zu seinem Preis stimmiger.

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