Test · Sigma · 2025
Test Sigma BF: Hat der radikale Minimalismus einen Preis?
Der Sigma BF richtet sich an den leichten Reise- und Reportagefotografen, der auf IBIS, Wetterschutz und Sucher verzichtet, um ein diskretes Vollformat-Gehäuse mit 388 g zu erhalten. Die Kompromisse sind real und bewusst.

Fazit
Der Sigma BF ist ein radikaler Stilübung: 388 g, L-Bajonett, 24,6 MP, interner 230-GB-SSD und 6K-Video in einem Gehäuse ohne Sucher, ohne IBIS, ohne Wetterschutz und ohne WLAN. Sigma will nicht alles können. Die Absicht ist klar: ein ultra-kompaktes Vollformat-Werkzeug für Reise und schwaches Licht mit nativem ISO bis 102 400 und 1 215 AF-Punkten bieten. Das Problem liegt nicht in der Philosophie, sondern in der teilweisen Umsetzung. Für 2 000 USD bietet die Panasonic Lumix S5 II IBIS mit 5 Stufen, Wetterschutz, Doppelslot und 30 fps elektronisch für 1 999 USD. Der Sigma BF verlangt, auf wesentliche Zuverlässigkeitsmerkmale im Gelände zu verzichten, um Leichtigkeit und Design zu erhalten, die direkte Konkurrenten nicht bieten. Für das exakte Zielpublikum überzeugt er. Für alle anderen frustriert er.
Stärken
- Gewicht von 388 g: das leichteste Vollformat seiner Preisklasse
- Interner 230-GB-SSD: keine Speicherkarte für einen ganzen Drehtag nötig
- Natives ISO bis 102 400: erweiterter nativer Bereich ohne erweiterten Modus
- 1 215 AF-Punkte mit Augen- und Tiererkennung, Grenzwert bei -5 EV
- Internes 6K-Video in 10 Bit mit Log, Codecs H.265 und H.264
- USB-C 3.2 Gen2 (10 Gbps): schneller SSD-Transfer ohne externes Lesegerät
Schwächen
- Kein IBIS: Dealbreaker bei schwachem Licht aus der Hand und bei Video
- Kein Wetterschutz: reales Risiko auf Reisen bei Regen oder am Meer
- Kein elektronischer Sucher: bei hellem Sonnenlicht ohne Zubehör unbrauchbar
- Kein WLAN oder Bluetooth: kabelloser Transfer nativ unmöglich
- Elektronische Serienbildfunktion auf 8 fps begrenzt: unzureichend für Sport oder Tierfotografie
- Feststehender, nicht schwenkbarer Bildschirm: hinderlich bei Video im Vlog oder von unten
Für wen?
- Der minimalistische Reisefotograf, der in Vollformat fotografiert und ein Gehäuse sucht, das in eine kleine Tasche passt, ohne Kompromisse bei der Bildqualität
- Der nomadische Videograf, der in 6K auf integriertem SSD dreht und keine unbegrenzte Aufnahmezeit benötigt
- Der Straßen- oder Reportagefotograf bei schwachem Licht, der den nativen ISO-Bereich bis 102 400 nutzt und ohne Sucher arbeitet
- Der bereits mit L-Bajonett (Leica, Panasonic, Sigma) ausgestattete Fotograf, der ein zweites ultraleichtes Gehäuse sucht
Im Video
Phototrend · 7 min 43
Test Sigma BF au JAPON : un OVNI dans la photo ?
Vorstellung: ein Gehäuse, das seine Entscheidungen annimmt
Der Sigma BF ist kein vielseitiges Gehäuse. Es ist ein Nischenwerkzeug, das um eine klare Idee herum konzipiert wurde: das kompakteste Vollformat auf L-Bajonett.
Sigma hat seinen Ruf mit Objektiven aufgebaut. Mit dem BF tritt die japanische Marke in eine andere Logik ein: die des Manifest-Gehäuses. Der Name BF steht für „Body Form“, und die Absicht lässt keinen Raum für Zweifel. Jede Designentscheidung dient der Kompaktheit und Leichtigkeit, auch wenn Funktionen entfernt werden, die die Konkurrenz als selbstverständlich ansieht. 388 g auf der Waage, Abmessungen von 130,1 x 72,8 x 36,8 mm und ein Profil, das eher an eine hochwertige Kompaktkamera als an ein Vollformat-Hybrid erinnert.
Das L-Bajonett ist der erste strukturierende Punkt. Es gewährt Zugang zum gemeinsamen Ökosystem von Leica, Panasonic und Sigma, also zu mehreren Dutzend nativen Objektiven. Das ist ein echter Vorteil für Fotografen, die bereits in diesem System investiert sind. Für Käufer aus einem anderen System ist die Objektivinvestition im Voraus zu bedenken.
Nutzungsprofil des Sigma BF: stark bei Reise und schwachem Licht, begrenzt bei Sport und langer Videoaufnahme.
Der Sigma BF erschien 2025 zum Preis von 2 000 USD. Er positioniert sich zwischen der Panasonic Lumix S5 II (1 999 USD) und der Panasonic Lumix S1 II (3 200 USD), zwei Vollformat-L-Mount-Gehäusen mit sehr unterschiedlichen Profilen. Der Vergleich ist unvermeidlich und auf dem Papier nicht schmeichelhaft. Er wird positiver, sobald das Gewichtskriterium einbezogen wird.
| Sensor | Full Frame |
|---|---|
| Sensorgröße | 36 × 24 mm |
| Auflösung | 24.6 MP |
| Sensortyp | CMOS |
| Native ISO-Bereich | 100 – 102400 |
| Erweiterte ISO | bis zu 102400 |
| Bildstabilisierung (IBIS) | Nein |
| AF-Felder | 1215 |
| Augenerkennung (Mensch / Tier) | Ja / Ja |
| Elektronische Serie | 8 fps |
| RAW-Puffer | 350 Bilder |
| Max. Verschlusszeit | 1/8000 |
Design und Ergonomie: Minimalismus bis zum Ende
Der Sigma BF treibt das Konzept der Reduktion weiter als jeder direkte Konkurrent. Das hat konkrete Auswirkungen auf den täglichen Umgang.
Bauweise und Abmessungen
Das Gehäuse wiegt 388 g ohne Objektiv. Das sind 351 g weniger als die Panasonic Lumix S1 II (795 g) und 310 g weniger als die Leica SL3-S (768 g). Bei einem Tagesmarsch mit einem kompakten Objektiv macht sich der Unterschied körperlich bemerkbar. Für leichtes Reisen ist das das stärkste Argument des BF.
Die Verarbeitung ist hochwertig. Das Design ist schlicht, fast brutalistisch in seiner Geometrie. Sigma hat auf einen ausgeprägten Griff verzichtet und ein flaches Profil gewählt. Dadurch wirkt das Gehäuse in der Straße diskreter, ist aber mit schweren Objektiven weniger stabil. Mit einem 85 mm f/1,4 Art wird die Balance problematisch. Mit einem kompakten 45 mm f/2,8 ergibt sich ein stimmiges Paar.
Fehlender Sucher: der wichtigste Dealbreaker
Das Fehlen eines elektronischen Suchers ist die kontroverseste Entscheidung des BF. Sigma hat keine Standard-Zubehörschuh für einen externen Sucher vorgesehen. Bei hellem Sonnenlicht wird der 3,2-Zoll-Bildschirm mit 2 100 000 Punkten schwer ablesbar. Das ist ein echtes Problem bei Außenaufnahmen auf Reisen. Für Innenreportagen oder Studio-Video ist die Auswirkung geringer.
Der Bildschirm ist touchfähig, was das Fehlen des Suchers für die Menünavigation und die Touch-Fokussierung teilweise ausgleicht. Er ist jedoch feststehend und nicht schwenkbar. Ein Selfie, eine Aufnahme von unten oder ein Vlog-Dreh ist unmöglich. Das ist eine ernsthafte Einschränkung für den nomadischen Videografen, den Sigma dennoch als Zielgruppe nennt.
Bedienung und Bedienelemente
Die Bedienung folgt der minimalistischen Philosophie des Gehäuses. Die Bedienelemente sind auf das Notwendigste reduziert. Die Navigation erfolgt hauptsächlich per Touch. Sigma hat sich für eine schlichte Oberfläche entschieden, die eine Eingewöhnungszeit für Fotografen erfordert, die an Gehäuse mit mehreren Rädern gewöhnt sind. Es ist keine schlechte Bedienung, sondern eine andere, die zur Identität des Produkts passt.
Bildqualität: der 24,6-MP-Vollformatsensor in der Praxis
Der Sigma BF trägt einen 24,6-MP-CMOS-Vollformatsensor. Das ist dieselbe Auflösung wie bei der Panasonic Lumix S5 II und der S1 II. Der Unterschied liegt in der Architektur und der Verarbeitung.
Dynamikumfang und Leistung bei schwachem Licht
Der Dynamikumfang des Sensors wird von Sigma in den derzeit verfügbaren offiziellen Daten nicht angegeben. Unabhängige Messungen (DXOMark, Photons to Photos) liegen zum Zeitpunkt dieses Artikels noch nicht in unserer Datenbank vor. Wir können daher den Dynamikumfang in EV bei Basis-ISO nicht beziffern. Was bekannt ist: Der native ISO-Bereich reicht bis 102 400 ohne erweiterten Modus. Das ist ein Wert, der mit dem Canon EOS R8 (102 400 nativ) und dem Sony ZV-E1 (102 400 nativ) identisch ist – zwei Gehäuse, die für ihr Verhalten bei schwachem Licht bekannt sind.
Der AF-Grenzwert von -5 EV bestätigt, dass das Gehäuse für sehr schwache Lichtverhältnisse ausgelegt ist. In der Praxis bedeutet das, dass der Autofokus in nahezu dunklen Umgebungen funktioniert, in denen viele Gehäuse versagen. Für nächtliche Reportagen oder stimmungsvolle Innenaufnahmen ist das ein konkreter Vorteil.
Das Fehlen von IBIS wirkt sich hier stark aus. Ohne Sensorstabilisierung wird die Nutzung hoher ISO-Werte aus der Hand unter 1/50 s riskant. Der Fotograf muss durch Verschlusszeit kompensieren oder auf die optische Stabilisierung kompatibler L-Mount-Objektive setzen. Einige Sigma- und Panasonic-Objektive bieten eine wirksame OIS, aber das gilt nicht für die gesamte Palette.
Farbwiedergabe und Sigma-Bildmodi
Sigma ist für seine sorgfältigen Farbprofile auf früheren Gehäusen (fp, fp L) bekannt. Der BF erbt diese Tradition. Die Sigma-Farbmodi bieten Wiedergaben, die sich von Panasonic- oder Canon-Profilen unterscheiden und in manchen Profilen näher am analog wirkenden Look liegen. Das ist ein qualitatives Argument, das schwer zu beziffern, aber für Fotografen, die auf direkte JPEG-Wiedergabe achten, real.
Serienbild und Puffer: die Grenzen des Gehäuses
Die elektronische Serienbildfunktion liegt bei 8 fps. Das ist der limitierendste Wert des BF für alle, die bewegte Motive fotografieren. Zum Vergleich: Der Canon EOS R6 Mark III erreicht 40 fps elektronisch, die Panasonic Lumix S5 II 30 fps, und selbst der günstigere Canon EOS R8 (1 499 USD) bietet 40 fps. Der BF ist eindeutig nicht für Sport oder Tierfotografie konzipiert.
Der RAW-Puffer von 350 Bildern ist dagegen großzügig. Bei 8 fps entspricht das mehr als 43 Sekunden kontinuierlicher Serienaufnahme vor der Sättigung. Für Reportage oder Reise ist das völlig ausreichend. Der interne 230-GB-SSD und der USB-C-3.2-Gen2-Port mit 10 Gbps ermöglichen einen schnellen Transfer ohne externes Lesegerät.
Autofokus: 1 215 Punkte und Motiv-Erkennung
Das AF-System des Sigma BF ist eine der positiven Überraschungen des Gehäuses. Die Abdeckungsdichte und die Erkennungsfähigkeiten übertreffen, was Gehäusegröße und Preis erwarten ließen.
AF-Architektur und Sensorabdeckung
Der BF verfügt über 1 215 AF-Punkte. Das ist eine hohe Dichte für ein Gehäuse dieser Größe. Die Panasonic Lumix S5 II bietet 779 Punkte, die Leica SL3-S ebenfalls 779 Punkte. Der Canon EOS R6 Mark III erreicht 1 053 Punkte. Der BF liegt damit über den meisten direkten Konkurrenten. Der prozentuale Sensorabdeckungsgrad wird in den verfügbaren offiziellen Daten nicht angegeben.
Sowohl die menschliche Augen- als auch die Tieraugenerkennung sind aktiv. Der AF-Auslösegrenzwert wird mit -5 EV angegeben. Das ist eine korrekte Empfindlichkeit, unter den Besten der Kategorie (Canon EOS R8 bis -6,5 EV, Nikon Zf bis -10 EV), aber für die große Mehrheit der Reportage- und Reisesituationen ausreichend.
Menschliche Augen-Erkennung: was funktioniert, was versagt
Die menschliche Augen-Erkennung arbeitet unter normalen Bedingungen zuverlässig und reaktiv. Unabhängige Tests (PetaPixel, Amateur Photographer) bestätigen ein solides Verhalten bei statischen oder langsam bewegten Motiven. Bei schnellen Motiven macht die Grenze von 8 fps den Vergleich mit Sport-Gehäusen gegenstandslos: Der BF ist nicht für diese Art von Verfolgung konzipiert.
Die Tiererkennung funktioniert bei gängigen Säugetieren. Sigma hat keine vollständige Liste der erkannten Arten veröffentlicht. Für Tierfotografie unter kontrollierten Bedingungen (Zoo, Farm) ist das System nutzbar. Für wilde Tiere mit schnellen Motiven bleibt die 8-fps-Serienbildfunktion der limitierende Faktor, nicht der AF selbst.
Video: 6K intern auf SSD, aber mit Einschränkungen
Video ist eines der Verkaufsargumente des BF. Die interne 6K-Aufnahme auf integriertem SSD ist ein origineller Vorschlag. Die Kompromisse sind real.
Auflösung, Codecs und Farbtiefe
Der Sigma BF zeichnet intern in 6K, 10 Bit, mit Log und den Codecs H.265 und H.264 auf. Das ist eine solide Spezifikation für ein 2 000-USD-Gehäuse. Die Panasonic Lumix S5 II bietet dasselbe Niveau (6K, 10 Bit, Log) für 1 999 USD, jedoch mit IBIS (5 Stufen) und Wetterschutz obendrauf. Der BF zeichnet sich durch seinen internen 230-GB-SSD aus: keine externe Speicherkarte nötig, kein Risiko von Kartenfehlern während der Aufnahme.
Die maximale angegebene Bildrate beträgt 120 fps im Video. Sigma gibt nicht an, bei welcher Auflösung dieses Maximum erreicht wird. Wahrscheinlich ist 120 fps nur in reduzierter Auflösung (1080p oder 4K) verfügbar, nicht in 6K. Diese Information ist in den verfügbaren offiziellen Daten nicht bestätigt. Wir können diesen Punkt ohne unabhängige Messung nicht entscheiden.
| Max. Auflösung | 6K |
|---|---|
| Max. Bildrate | 120 fps |
| Codecs | H.265, H.264 |
| Bittiefe | 10 Bit |
| Log-Profil | Ja |
| Unbegrenzte Aufnahme | Nein |
| Bildstabilisierung (IBIS) | Nein |
| HDMI-Ausgang | HDMI Micro (Type D) |
| USB-Anschluss | USB-C 3.2 Gen2 (10 Gbps) |
Integrierter SSD: realer betrieblicher Vorteil
Der interne 230-GB-SSD ist eine originelle Idee in dieser Kategorie. Bei einer typischen H.265-Videobitrate in 6K (geschätzt zwischen 200 und 400 Mbps je nach Profil) entsprechen 230 GB zwischen 77 und 154 Minuten Aufnahmezeit. Für einen leichten Drehtag reicht das aus. Für lange oder intensive Drehs ermöglicht der USB-C-3.2-Gen2-Port mit 10 Gbps ein schnelles Leeren des SSD auf ein externes Laufwerk.
Die Videoaufnahme ist nicht unbegrenzt. Sigma gibt die maximale Clip-Dauer nicht an. Das ist eine Einschränkung, die je nach Nutzung zu prüfen ist. Für kurze Vlogs oder Reportagen ist das in der Regel kein Problem. Für lange Formate (Interviews, Dokumentarfilme) ist es ein Punkt, den man vorab bedenken sollte.
Fehlender IBIS im Video: das wirkliche Problem
Ohne IBIS hängt die Handheld-Videoqualität des BF vollständig von der optischen Stabilisierung der Objektive ab. L-Mount-Objektive mit wirksamer OIS sind verfügbar, machen das System jedoch schwerer. Elektronische Stabilisierung (digitaler Crop) ist eine Alternative, reduziert jedoch das Bildfeld und verschlechtert die effektive Auflösung. Für ein als nomadisches Video-Gehäuse positioniertes Modell ist das Fehlen von IBIS die schwierigste Konzession.
Konnektivität und Speicherung: radikale Entscheidungen
Die Konnektivität des Sigma BF entspricht dem Gehäuse: reduziert, manchmal bis zum Äußersten.
USB-C, HDMI und SSD: das funktionale Trio
Der USB-C-3.2-Gen2-Port mit 10 Gbps ist die Stärke der Konnektivität. Er ermöglicht den schnellen Transfer des Inhalts des internen 230-GB-SSD auf einen Computer oder ein externes Laufwerk. Bei einer theoretischen Geschwindigkeit von 10 Gbps dauert das Leeren von 230 GB unter optimalen Bedingungen weniger als 3 Minuten. Das ist deutlich schneller als ein Standard-SD-Kartenleser.
Der HDMI-Ausgang ist vom Typ Micro (Typ D). Das ist das anfälligste und in Bezug auf das Kabel sperrigste Format. Bei einem als Video-Gehäuse positionierten Modell ist das eine diskutierbare Wahl. Ein Standard-HDMI-Port (Typ A) oder Mini (Typ C) wäre robuster für die Nutzung mit einem externen Monitor gewesen.
Fehlendes WLAN und Bluetooth: ein echter Rückschritt
Der Sigma BF verfügt weder über WLAN noch über Bluetooth. Das ist die überraschendste Entscheidung des Gehäuses. Im Jahr 2026 ist das Fehlen von kabelloser Konnektivität bei einem Hybrid für 2 000 USD schwer zu rechtfertigen. Der Transfer auf ein Smartphone zur sofortigen Freigabe ist nativ unmöglich. Eine kabellose Fernsteuerung ist nicht verfügbar. Der Reisefotograf, der seine Bilder unterwegs teilen möchte, muss ein Kabel oder einen Adapter verwenden.
Dieses Fehlen ist kein Versehen: Es ist eine bewusste Entscheidung von Sigma, die mit der Philosophie der „totalen Reduktion“ übereinstimmt. Sie beeinträchtigt jedoch direkt das Reise-Profil, das doch die angekündigte Haupt-Nutzung ist. Das ist ein interner Widerspruch des Produkts.
| Erscheinungsjahr | 2025 |
|---|---|
| Gewicht (mit Akku) | 388 g |
| Abmessungen | 130.1 x 72.8 x 36.8 |
| Wetterfestigkeit | Nein |
| Sucher | None |
| Bildschirm | 3.2 Zoll |
| Bildschirm-Artikulation | fixed |
| Touchscreen | Ja |
| Akku (CIPA) | 260 Bilder |
| Dual-SD-Steckplatz | Nein |
| WLAN / Bluetooth | Nein / Nein |
| Objektivanschluss | Leica L |
Akkulaufzeit: 260 CIPA-Auslösungen
Die Akkulaufzeit ist einer der rechnerisch schwachen Punkte des BF. Die CIPA-Zahl ist niedrig, muss aber kontextualisiert werden.
Sigma gibt 260 Auslösungen nach CIPA-Norm an. Das ist einer der niedrigsten Werte in der Vollformat-Kategorie. Der Canon EOS R6 Mark III erreicht 620 CIPA-Auslösungen, die Panasonic Lumix S5 II 370 Auslösungen, und selbst die Leica SL3-P (383 Auslösungen) schneidet besser ab. Nur die Leica SL3-S (315 Auslösungen) liegt in ähnlicher Größenordnung.
Die CIPA-Norm wird mit ständig eingeschaltetem Bildschirm und aktiviertem Blitz gemessen. Bei realer Nutzung mit Bildschirm im Standby zwischen den Aufnahmen liegt die effektive Laufzeit in der Regel 30 bis 50 % über dem CIPA-Wert. Das ergibt eine geschätzte reale Laufzeit von etwa 340 bis 390 Auslösungen im Fotomodus. Das ist immer noch gering. Für einen intensiven Tag ist ein Ersatzakku unverzichtbar.
Der USB-C-Port ermöglicht das Laden während des Betriebs (kompatible Powerbank). Das ist eine brauchbare Notlösung für Reisen. Sie erfordert jedoch das Mitführen eines externen Akkus, was dem Leichtigkeitsargument des Gehäuses teilweise widerspricht.
Im Vergleich zur Konkurrenz: was Sie verlieren und was Sie gewinnen
Der Sigma BF positioniert sich auf einem dicht besetzten Vollformat-Markt. Der direkte Vergleich mit seinen direkten Konkurrenten ist notwendig, um sein Preis-Leistungs-Verhältnis zu beurteilen.
Gegenüber der Panasonic Lumix S5 II: gleicher Preis, andere Philosophie
Die Panasonic Lumix S5 II wird für 1 999 USD verkauft, also 1 USD weniger als der BF. Sie bietet 24,2 MP Vollformat, 779 AF-Punkte, IBIS mit 5 Stufen, Wetterschutz, Doppelslot, 30 fps elektronisch und 6K-Video in 10 Bit mit Log. Sie wiegt 740 g, also 352 g mehr als der BF. Die Frage ist einfach: Sind 352 g zusätzliches Gewicht IBIS, Wetterschutz, Doppelslot und 30 fps wert? Für die große Mehrheit der Fotografen lautet die Antwort ja.
Der BF gewinnt beim integrierten 230-GB-SSD (die S5 II verwendet SD-Karten), bei den 1 215 AF-Punkten (gegenüber 779) und beim Design. Das ist ein echtes Argument für Fotografen, die genau diese drei Punkte schätzen.
Gegenüber der Leica SL3-S: gleicher Sensor, anderes Budget
Die Leica SL3-S trägt denselben 24,6-MP-Stacked-CMOS-Vollformatsensor mit nativem ISO bis 200 000, IBIS mit 5 Stufen, Wetterschutz, Doppelslot, 30 fps elektronisch und 6K-Video. Sie wiegt 768 g und ihr Preis ist in unserer Datenbank nicht angegeben, liegt aber deutlich über dem des BF. Wenn das Budget keine Rolle spielt, ist die SL3-S bei fast allen funktionalen Kriterien überlegen.
Gegenüber dem Canon EOS R8: günstiger, in manchen Punkten leistungsfähiger
Der Canon EOS R8 wird für 1 499 USD verkauft, also 501 USD weniger als der BF. Er bietet 24 MP Vollformat, 1 053 AF-Punkte mit Grenzwert bei -6,5 EV, 40 fps elektronisch, Wetterschutz und natives ISO bis 102 400. Er wiegt 461 g. Er hat ebenfalls kein IBIS, ist aber wettergeschützt, schneller in der Serienbildfunktion und günstiger. Für einen Reisefotografen, der den integrierten SSD und das Sigma-Design nicht priorisiert, ist der R8 eine ernstzunehmende Alternative.
| Daten | Sigma BFHier getestet | Panasonic Lumix S5 II | Canon EOS R8 | Leica SL3-S |
|---|---|---|---|---|
| Erscheinung | 2025 | 2023 | 2023 | 2025 |
| Sensor | Full Frame | Full Frame | Full Frame | Full Frame |
| Auflösung | 24.6 MP | 24.2 MP | 24 MP | 24.6 MP |
| Max. native ISO | 102400 | 51200 | 102400 | 200000 |
| Dynamikumfang | — | 11.2 EV | 11.6 EV | 10.9 EV |
| AF-Felder | 1215 | 779 | 1053 | 779 |
| Serie (elek.) | 8 fps | 30 fps | 40 fps | 30 fps |
| IBIS | Nein | 5 stops | Nein | 5 stops |
| Max. Video | 6K/120p | 6K/120p | 4K/180p | 6K/30p |
| Wetterfest | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Dual-SD | Nein | Ja | Nein | Ja |
| Gewicht | 388 g | 740 g | 461 g | 768 g |
| Startpreis | 2000 USD | 1999 USD | 1499 USD | — |
Sigma BF im Vergleich zu seinen drei direktesten Konkurrenten im 2.000-USD-Vollformat-Segment. Der BF gewinnt beim Gewicht und AF, verliert bei fast allem anderen.
Kritische Analyse: das Paradox des Reise-Gehäuses ohne WLAN
Ein Aspekt, den die redaktionelle Konkurrenz nicht vertieft behandelt hat: Der Sigma BF leidet unter einem internen Widerspruch zwischen seiner Positionierung und seinen technischen Entscheidungen.
Das Reise-Gehäuse, das den Reisenden benachteiligt
Sigma positioniert den BF als Werkzeug für Reise und schwaches Licht. Das passt zum Gewicht (388 g), zum nativen ISO-Bereich (102 400) und zum integrierten SSD (230 GB). Drei technische Entscheidungen widersprechen jedoch direkt dieser Positionierung: das Fehlen von WLAN, das Fehlen von Wetterschutz und der feststehende Bildschirm.
Ein Reisefotograf teilt 2026 seine Bilder in Echtzeit. Er nutzt sein Smartphone als Kommunikationsendgerät. Das Fehlen von WLAN und Bluetooth unterbricht diese Kette. Sigma hat keinen USB-C-zu-WLAN-Adapter in seinen offiziellen Zubehörlisten vorgesehen. Die einzige Lösung ist ein Drittanbieter-USB-C-Hub mit integriertem WLAN, der das System schwerer und komplizierter macht.
Das Fehlen von Wetterschutz ist für ein Reise-Gehäuse noch problematischer. Regen, Meeresgischt, Wüstensand: Das sind Standardbedingungen für einen Fotografen unterwegs. Der Canon EOS R8, 501 USD günstiger, ist wettergeschützt. Die Panasonic Lumix S5 II zum gleichen Preis ist wettergeschützt. Sigma hat eine Designentscheidung auf Kosten der Geländetauglichkeit getroffen.
Der integrierte SSD: echte Innovation oder Gadget?
Der interne 230-GB-SSD wird als Innovation präsentiert. Es ist tatsächlich eine originelle Idee in der Hybrid-Kategorie. Sie schafft jedoch eine Abhängigkeit: Fällt der SSD aus, kann das Gehäuse nicht mehr aufzeichnen. Es gibt keinen Ersatz-Kartenslot. Auf einer langen Reise ist das ein reales betriebliches Risiko. Ein Doppelslot für SD-Karten (wie bei der Panasonic S5 II) bietet eine Redundanz, die der reine SSD nicht garantieren kann.
Die Kapazität von 230 GB reicht für einen moderaten Videodrehtag oder mehrere tausend RAW-Bilder. Sie ist jedoch nicht erweiterbar. Im Gegensatz zu einem Kartenslot kann man keinen größeren SSD kaufen. Das ist eine strukturelle Grenze des Konzepts.
Historische Einordnung: der Sigma fp als Vorgänger
Der Sigma BF steht in der Tradition des Sigma fp (2019) und des fp L (2021). Diese beiden Gehäuse hatten bereits den radikalen Minimalismus übernommen: kein Sucher, kein IBIS, ultra-kompaktes Vollformat-Gehäuse. Der fp wog 370 g, der fp L 557 g. Der BF mit 388 g setzt die direkte Linie des ursprünglichen fp fort. Sigma baut eine konsistente Markenidentität um das Konzept „das kleinste Vollformat-Gehäuse“ auf.
Der Unterschied zum fp liegt im AF. Der originale fp hatte ein begrenztes AF-System, das sein größtes Manko war. Der BF korrigiert diesen Punkt mit 1 215 Punkten und Motiv-Erkennung. Das ist die bedeutendste Weiterentwicklung zwischen den beiden Generationen. Allein bei diesem Kriterium ist der BF ein echter Fortschritt gegenüber seinen Vorgängern.
Preis und Preis-Leistungs-Verhältnis
Bei 2 000 USD positioniert sich der Sigma BF in einem Segment mit dichter Konkurrenz und soliden Alternativen.
Der Einführungspreis von 2 000 USD ist der größte Reibungspunkt des BF. Zu diesem Preis bietet die Panasonic Lumix S5 II (1 999 USD) mehr Funktionen für dasselbe Budget. Der Canon EOS R8 (1 499 USD) bietet überlegene AF-Leistung (40 fps, Grenzwert -6,5 EV) und Wetterschutz für 501 USD weniger. Der BF muss seinen Preis mit Argumenten rechtfertigen, die seine Konkurrenten nicht bieten können: das Gewicht von 388 g, den integrierten 230-GB-SSD und das Design.
Auf dem Gebrauchtmarkt ist der Sigma fp L (indirekter Vorgänger) je nach Zustand für etwa 1 200 bis 1 500 USD zu finden. Er bietet einen 61-MP-Sensor und dasselbe minimalistische Konzept. Für einen Fotografen, der Auflösung über Leichtigkeit stellt, ist der gebrauchte fp L eine ernstzunehmende Alternative zum neuen BF.
Der BF ist auch der günstigste Einstieg in das Sigma-L-Mount-Vollformat-Ökosystem. Für einen Fotografen, der bereits mit L-Mount-Objektiven (Sigma Art, Panasonic S) ausgestattet ist, ist die Investition in das Gehäuse allein leichter zu rechtfertigen. Für einen Käufer, der bei null beginnt, kommt die L-Mount-Objektivinvestition zum Gehäusepreis hinzu.
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Urteil: für wen und zu welchem Preis?
Der Sigma BF ist ein Gehäuse, das seine Absichten ehrlich und seine Identität konsequent umsetzt. Seine Kompromisse sind jedoch für seinen Preis zahlreich.
Der Sigma BF erfüllt, was er auf zwei Punkten verspricht: die Leichtigkeit (388 g für Vollformat) und die Leistung bei schwachem Licht (natives ISO 102 400, AF bei -5 EV). Der integrierte 230-GB-SSD ist eine originelle Idee, die den Workflow im Gelände vereinfacht. Der AF mit 1 215 Punkten und Motiv-Erkennung ist ein echter Fortschritt gegenüber den fp-Vorgängern.
Der BF überzeugt jedoch nicht vollständig auf seinem eigenen Terrain. Ein Reise-Gehäuse ohne WLAN, ohne Wetterschutz und ohne schwenkbaren Bildschirm im Jahr 2026 erfordert ein sehr spezifisches Käuferprofil: jemanden, der Design und Leichtigkeit über alles stellt, hauptsächlich in Innenräumen oder bei trockenem Wetter fotografiert und keine sofortige Freigabe benötigt. Dieses Profil existiert. Es ist eine Minderheit.
Die Note von 6,4/10 spiegelt ein Gehäuse wider, das in seiner Nische (ultra-leichte Reise, schwaches Licht, L-Bajonett) hervorragend ist, aber für seinen Preis zu viele Kompromisse gegenüber einer direkteren Konkurrenz aufweist. Die Panasonic Lumix S5 II zum gleichen Preis bleibt die rationale Wahl für die Mehrheit der Käufer in diesem Segment.
- Kaufen Sie den BF, wenn Sie bereits im L-Mount-System sind, leicht reisen und das Gewicht von 388 g Ihr oberstes Kriterium ist.
- Vermeiden Sie den BF, wenn Sie bei Regen fotografieren, Bilder in Echtzeit teilen oder einen schwenkbaren Bildschirm benötigen.
- Schauen Sie sich die Panasonic S5 II an, wenn Sie dasselbe Budget mit IBIS, Wetterschutz und Doppelslot wünschen.
- Schauen Sie sich den Canon EOS R8 an, wenn Sie günstiger, mit höherer Serienbildgeschwindigkeit und Wetterschutz auskommen möchten.
Häufige Fragen
Verfügt der Sigma BF über eine Bildstabilisierung (IBIS)?▾
Nein. Der Sigma BF besitzt keine Sensorstabilisierung (IBIS). Das ist einer seiner wichtigsten Kompromisse. Zum Ausgleich müssen Sie L-Mount-Objektive mit integrierter optischer Stabilisierung (OIS) verwenden oder bei schwachem Licht die Verschlusszeit erhöhen. Ohne IBIS ist die Handheld-Videoaufnahme ohne OIS-Objektiv oder externes Zubehör schwierig zu stabilisieren.
Ist der Sigma BF wettergeschützt?▾
Nein. Der Sigma BF ist nicht wettergeschützt. Er bietet keinen offiziellen Schutz gegen Regen, Staub oder Feuchtigkeit. Das ist ein Dealbreaker für ein als Reise-Gehäuse positioniertes Modell. Zum Vergleich: Der Canon EOS R8 (1 499 USD) und die Panasonic Lumix S5 II (1 999 USD) sind beide wettergeschützt und liegen preislich darunter oder gleichauf.
Kann man dem Sigma BF eine Speicherkarte hinzufügen?▾
Nein. Der Sigma BF verwendet ausschließlich einen internen 230-GB-SSD. Es gibt keinen Slot für SD-, CFexpress- oder andere Karten. Der SSD kann vom Benutzer nicht ersetzt oder erweitert werden. Der Transfer erfolgt über den USB-C-3.2-Gen2-Port mit 10 Gbps, was schnell ist, aber ein Kabel und einen Computer oder ein externes Laufwerk erfordert.
Ist der Sigma BF gut für Video geeignet?▾
Teilweise. Der BF zeichnet intern in 6K, 10 Bit, mit Log und den Codecs H.265/H.264 auf dem integrierten 230-GB-SSD auf. Das ist eine gute technische Basis. Das Fehlen von IBIS macht die Handheld-Videoaufnahme ohne stabilisiertes Objektiv jedoch schwierig, die Aufnahmezeit ist nicht unbegrenzt, und der Bildschirm ist feststehend (nicht schwenkbar). Für einen nomadischen Videografen, der auf Stativ oder mit OIS-Objektiv dreht, ist der BF geeignet. Für Vlog oder Handheld-Video sind die Einschränkungen real.
Was ist der Unterschied zwischen dem Sigma BF und dem Sigma fp?▾
Der Sigma fp (2019) und der BF teilen dieselbe Philosophie: ultra-kompaktes Vollformat auf L-Bajonett ohne Sucher und ohne IBIS. Der BF verbessert sich vor allem beim Autofokus (1 215 Punkte mit Motiv-Erkennung gegenüber einem begrenzten System beim fp), beim Video (6K gegenüber 12 Bit Cinema DNG beim fp) und beim integrierten SSD. Der fp wog 370 g, der BF 388 g. Die grundlegenden Kompromisse bleiben identisch.
Ist der Sigma BF mit Leica- und Panasonic-Objektiven kompatibel?▾
Ja. Der Sigma BF verwendet das L-Bajonett, das seit 2018 von Leica, Panasonic und Sigma gemeinsam genutzt wird. Er ist mit allen nativen L-Mount-Objektiven der drei Marken sowie mit Adaptern von L-Mount auf andere Bajonette (Canon EF, Nikon F usw.) kompatibel. Es handelt sich um ein breites Objektiv-Ökosystem mit mehreren Dutzend verfügbaren Objektiven neu und gebraucht.
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