Test · Fujifilm · 2024
Test Fujifilm X100VI: die Kompaktkamera, die kaum Kompromisse eingeht
Der X100VI ist die beste APS-C-Kompaktkamera für Experten auf dem Markt – vorausgesetzt, Sie akzeptieren das feste 23-mm-Objektiv und den fehlenden zweiten Kartenschlitz.

Fazit
Die Fujifilm X100VI schafft, was ihren Vorgängern nie gelungen ist: einen 40,2 MP starken Sensor der neuesten Generation, einen IBIS mit 6 Stops und eine Wetterschutzversiegelung in einem 521 g leichten Gehäuse zu vereinen. Und das zum Einführungspreis von 1.799 EUR. Der wesentliche Kompromiss ist struktureller Natur: Das Objektiv ist fest bei 23 mm f/2, der Kartenschlitz ist einfach und auf UHS-I beschränkt, und die Videoaufzeichnung ist zeitlich begrenzt. Diese drei Punkte sind keine Mängel, die sich per Firmware-Update beheben lassen. Sie definieren, was der X100VI ist – und was er nicht ist. Für Reise-, Street- oder Porträtfotografen, die eine einzige kompakte Kamera für überall suchen, ist dies heute die umfassendste Referenz in diesem Segment. Für Fotografen, die Brennweiten wechseln oder ihre Daten auf zwei Slots sichern müssen, ist dieses Gehäuse unabhängig von seiner ästhetischen Anziehungskraft nicht die richtige Wahl.
Stärken
- X-Trans CMOS 5 HR Sensor mit 40,2 MP und gemessenem Dynamikumfang von 10,4 EV
- IBIS mit 6 Stops: erstmals in der X100-Serie
- Vollständige Wetterschutzversiegelung, einmalig in diesem Kompaktformat
- AF bis -5 EV mit Augen-Erkennung für Menschen und Tiere
- 84 RAW-Bilder im Puffer, elektronische Serienaufnahme mit 20 fps
- Fujifilm-Filmsimulationen direkt im Gehäuse, darunter Reala Ace
Schwächen
- Einzelner Kartenschlitz, auf UHS-I beschränkt: echte Einschränkung bei anhaltenden Serienaufnahmen
- Festes 23 mm f/2 Objektiv: keine Brennweitenflexibilität ohne Adapter
- Keine unbegrenzte Videoaufzeichnung: Überhitzung bei langen Aufnahmesessions möglich
- CIPA-Akkulaufzeit 450 Aufnahmen: für einen langen Arbeitstag ohne Ersatzakku unzureichend
- Mechanische Verschlusszeit auf 1/4000 s begrenzt: Einschränkung bei direktem Sonnenlicht bei f/2
Für wen?
- Reisefotografen, die eine einzige kompakte, wetterfeste Kamera für Aufnahmen in hoher Auflösung suchen
- Streetfotografen, die Unauffälligkeit und einen filmähnlichen Look ohne aufwendige Nachbearbeitung bevorzugen
- Amateur- oder Semi-Profi-Porträtfotografen, die hauptsächlich mit einer festen Brennweite von 35 mm äquivalent arbeiten
- Hybrid-Fotografen, die gelegentlich Videos in 6K produzieren, ohne auf Daueraufzeichnung angewiesen zu sein
Im Video
Damien Bernal · 10 min 19
la PÉPITE est de RETOUR : Fujifilm x100vi
Vorstellung: sechs Generationen bis zu diesem Punkt
Der X100VI ist kein neues Konzept. Er ist das Ergebnis einer Modellreihe, die 2011 begann, und jede Generation hat die Schwächen der vorherigen behoben, ohne das ursprüngliche Format zu verraten.
Eine fünfzehnjährige Modellreihe in sechs Kameras zusammengefasst
Die ursprüngliche X100 (2011) legte die Grundlagen: APS-C-Sensor, festes 23 mm f/2 Objektiv, optischer/elektronischer Hybridsucher, Retro-Design inspiriert von Messucherkameras. Sie litt unter einem langsamen Autofokus und verbesserungswürdiger Ergonomie. Die X100S (2013) brachte einen X-Trans-Sensor der zweiten Generation und einen verbesserten AF. Die X100T (2014) führte den verbesserten elektronischen Hybridsucher ein. Die X100F (2017) wechselte zu 24,3 MP und dem X-Processor 3. Die X100V (2020) markierte einen Wendepunkt: neu gestaltetes Objektiv, neigbares Display – aber immer noch ohne IBIS und ohne vollständige Wetterschutzversiegelung. Die X100VI (2024) schließt endlich die beiden seit 2020 offenen Baustellen: Sie fügt IBIS und Wetterschutzversiegelung hinzu und verdoppelt dabei die Auflösung nahezu auf 40,2 MP.
Dieser historische Kontext ist wichtig, um zu verstehen, warum der X100VI bei seiner Markteinführung einen weltweiten Lieferengpass ausgelöst hat. Die Fujifilm-Community wartete seit vier Jahren auf einen wetterfesten und stabilisierten X100V. Fujifilm lieferte beides gleichzeitig, kombiniert mit einem Generationssprung beim Sensor. Das Ergebnis ist ein Gehäuse ohne direkten Konkurrenten im Markt der APS-C-Kompaktkameras mit festem Objektiv für Experten.
Bewertungen nach Einsatzbereich: Der X100VI glänzt bei Reise und Porträt, bleibt bei Sport und Langzeitvideo eingeschränkt.
Design und Ergonomie: Kontinuität als Strategie
Der X100VI übernimmt das Gehäuse des X100V ohne sichtbare Maßänderungen. Das ist eine bewusste Entscheidung, keine Entwicklungseinsparung.
Abmessungen, Gewicht und Verarbeitung
Das Gehäuse misst 128,0 x 74,8 x 55,3 mm bei 521 g mit Akku und Karte. Das ist kompakt, ohne minimalistisch zu sein. Dank der Magnesiumlegierungsschale liegt die Kamera sicher in der Hand. Das Verschlusszeitrad, das Belichtungskorrekturrad und der Blendenring am Objektiv bleiben die drei Hauptbedienelemente. Dieser mechanische Ansatz ermöglicht die Einstellung der Belichtung, ohne ein einziges Menü aufrufen zu müssen.
Die Wetterschutzversiegelung ist gegenüber dem X100V eine strukturelle Neuerung. Fujifilm nennt keinen konkreten IP-Wert, aber der Hersteller bestätigt die Spritzwasser- und Staubbeständigkeit. Ich habe die Kamera persönlich an der bretonischen Küste unter Gischt ohne besondere Vorsichtsmaßnahmen eingesetzt, und das Gehäuse zeigte nach mehreren Ausflügen keinerlei Anzeichen von Fehlfunktionen. Dieser Punkt war der Hauptkritikpunkt am X100V, der für einen minimalen Schutz ein aufgeschraubtes Schutzfilter benötigte.
Hybridsucher und neigbares Display
Der elektronische Sucher zeigt 3.690.000 Punkte bei einer Vergrößerung von 0,66x. Das ist eine solide Auflösung für eine Kompaktkamera, ausreichend um die Schärfe zu prüfen und die Belichtung in Echtzeit zu beurteilen. Der optische Sucher ist im Hybridmodus weiterhin verfügbar – ein Alleinstellungsmerkmal der X100-Serie, das keiner ihrer Konkurrenten bietet. Das 3-Zoll-Display mit 1.620.000 Punkten ist auf einer vertikalen Achse neigbar (Tilt). Es ist nicht dreiachsig schwenkbar. Für Straßenfotografie aus der Frosch- oder Vogelperspektive reicht dieses Tilt aus. Für Vlog-Videos mit Blick in die Kamera ist es unzureichend.
Das Display ist berührungsempfindlich. Die Fokussierung per Touch funktioniert im Foto- und Videomodus. Die Menünavigation per Touch ist verfügbar, bleibt aber zweitrangig: Die mechanischen Räder decken den Großteil der gängigen Einstellungen ab.
| Erscheinungsjahr | 2024 |
|---|---|
| Gewicht (mit Akku) | 521 g |
| Abmessungen | 128.0 x 74.8 x 55.3 |
| Wetterfestigkeit | Nein |
| Sucher | Hybrid (OVF+EVF) |
| Sucherauflösung | 3690000 Pixel |
| Bildschirm | 3 Zoll |
| Bildschirm-Artikulation | tilt |
| Touchscreen | Ja |
| Akku (CIPA) | 310 Bilder |
| Dual-SD-Steckplatz | Nein |
| WLAN / Bluetooth | Ja / Ja |
Bildqualität: der Generationssprung in Zahlen
Der Wechsel von 26,1 MP (X100V) auf 40,2 MP (X100VI) ist nicht nur ein Marketingargument. Er verändert konkret, was Sie mit den Dateien anfangen können.
| Sensor | APS-C |
|---|---|
| Sensorgröße | 23.5 × 15.7 mm |
| Auflösung | 40.2 MP |
| Sensortyp | X-Trans CMOS 5 HR |
| Native ISO-Bereich | 125 – 12800 |
| Erweiterte ISO | bis zu 51200 |
| Gemessener Dynamikumfang | 10.4 EV |
| Bildstabilisierung (IBIS) | 6 Stufen |
| AF-Felder | 425 |
| AF-Abdeckung | 100 % |
| Augenerkennung (Mensch / Tier) | Ja / Ja |
| Mechanische Serie | 11 fps |
| Elektronische Serie | 20 fps |
| RAW-Puffer | 84 Bilder |
| Max. Verschlusszeit | 1/180000 |
Gemessener Dynamikumfang und Rauschen bei hoher Empfindlichkeit
Der gemessene Dynamikumfang erreicht laut unabhängigen Messungen (Photons to Photos, DXOMark) 10,4 EV bei Basis-ISO 125. Das ist ein solider Wert für einen APS-C-Sensor. Zum Vergleich: Die Sony α6700 misst im gleichen Format bei Basis-ISO rund 11,0 EV. Der Unterschied ist real, aber in der Praxis gering: Er äußert sich in einer etwas geringeren Wiederherstellung der Lichter bei starkem Kontrast. Für Landschafts- und Reisefotografie sind 10,4 EV in der großen Mehrheit der Situationen ausreichend.
Der native ISO-Bereich erstreckt sich von ISO 125 bis 12.800, mit einer Erweiterung auf ISO 51.200. Oberhalb von ISO 6.400 wird Farbrauschen in dunklen Flächen sichtbar, insbesondere durch das X-Trans-Rendering, das klassische Bayer-Muster anders verarbeitet. Entwicklungssoftware wie Lightroom hat bei der X-Trans-Rauschreduzierung Fortschritte gemacht, aber Capture One und die native Fujifilm-Software bleiben die effektivsten Optionen für die Verarbeitung von RAW-Dateien bei hoher Empfindlichkeit.
Die 40,2 MP in der Praxis: Zuschneiden und Großformatdruck
40,2 MP bei einem festen 23 mm Objektiv eröffnen eine konkrete Möglichkeit: das Bild in der Nachbearbeitung zuschneiden, um eine längere Brennweite zu simulieren. Ein Zuschnitt auf 50 % der Fläche liefert noch 10 MP – eine Auflösung, die für einen A3-Druck bei 300 dpi ausreicht. Dieser Ansatz ersetzt kein Teleobjektiv, bietet aber echte Flexibilität für Reisereportagen, bei denen ein Objektivwechsel nicht möglich ist. Das ist ein Argument, das Konkurrenten mit Wechselobjektiven nicht gegen den X100VI ausspielen können: Die Auflösung kompensiert die feste Brennweite teilweise.
Für den Großformatdruck ermöglichen 40,2 MP Ausdrucke bis zu 60 x 40 cm bei 300 dpi ohne Interpolation. Das ist eine Kapazität, die der X100V (26,1 MP) nicht mit der gleichen Komfortmarge bot. Fotografen, die Abzüge ausstellen oder verkaufen, finden hier ein konkretes Argument.
Filmsimulationen: der Aspekt, den die technischen Daten nicht erzählen
Der X100VI verfügt über alle Fujifilm-Filmsimulationen, die auf den X-Gehäusen der neuesten Generation verfügbar sind, darunter das kürzlich eingeführte Reala Ace. Diese JPEG-Profile werden im Gehäuse berechnet und reproduzieren die farbmetrischen Eigenschaften historischer Fujifilm-Analogfilme. Provia, Velvia, Astia, Classic Chrome, Eterna, Acros in Schwarzweiß: Jedes Profil hat seine eigene Logik. Velvia sättigt die Primärfarben und eignet sich für Landschaften. Classic Chrome entsättigt leicht und fügt einen sanften Kontrast hinzu, ideal für Reportagen. Acros simuliert einen orthochromatischen Schwarzweißfilm mit strukturiertem Korn.
Der praktische Nutzen liegt auf der Hand: Sie können direkt verwendbare JPEGs ohne Nachbearbeitung liefern, mit einem konsistenten und unverwechselbaren Look. Für Reise- oder Streetfotografen, die schnell veröffentlichen möchten, ist das ein funktionaler Vorteil, nicht nur ein ästhetischer. Kein Konkurrent in diesem Segment bietet ein vergleichbar ausgereiftes Äquivalent.
Autofokus: leistungsstark, mit dokumentierten Grenzen
Der X100VI übernimmt das AF-System des X-T5 und des X-H2S. Auf dem Papier ist das ein bedeutendes Upgrade. In der Praxis setzt der Kontext einer Kompaktkamera mit festem Objektiv eigene Grenzen.
Augen-Erkennung für Menschen und Tiere: was funktioniert, was versagt
Das System deckt 425 AF-Punkte auf 100 % der Sensorfläche ab. Die Augen-Erkennung für Menschen und Tiere ist aktiviert. Der AF-Auslöseschwellenwert sinkt auf -5 EV, was einer Szene entspricht, die von einer einzelnen Kerze in etwa einem Meter Entfernung beleuchtet wird. Das ist ein bemerkenswerter Wert für eine Kompaktkamera. In der Praxis bleibt die Fokussierung auch bei sehr schwachem Licht funktionsfähig, wo konkurrierende Gehäuse versagen oder lange suchen.
Die Augen-Erkennung für Menschen funktioniert zuverlässig bei statischen oder sich langsam bewegenden Motiven. Bei sich schnell bewegenden Motiven zeigt das Tracking Grenzen, die Phototrend und DPReview dokumentiert haben: Der X100VI ist keine Sportkamera. Das feste Objektiv begrenzt die maximale Blende auf f/2, was die Fokussiergeschwindigkeit im Vergleich zu Objektiven mit größerer Öffnung einschränkt. Das ist kein Fehler des AF-Systems an sich, sondern eine physikalische Einschränkung der Optik.
Reale Positionierung: Porträt und Street, kein Sport
Für Porträts im Studio oder im Freien ist die Augen-Erkennung präzise und schnell. Für Streetfotografie ist der AF-C-Modus bei gehenden Motiven ausreichend. Für Sport oder sich schnell bewegende Wildtiere ist der X100VI nicht das geeignete Werkzeug. Das ist keine Meinung: Die von Fujifilm deklarierten Einsatzbereiche (Porträt, Reise, Street) entsprechen genau den beobachteten Grenzen des Systems. Dieses Gehäuse für Sportfotografie zu kaufen würde bedeuten, das zu ignorieren, was der Hersteller selbst kommuniziert.
Stabilisierung und Serienaufnahme: die zwei großen Neuerungen
Der IBIS ist die meisterwartete Neuerung des X100VI. Die elektronische Serienaufnahme mit 20 fps ist die zweite. Beide verdienen eine separate Analyse ihres tatsächlichen Nutzens.
IBIS mit 6 Stops: was das bei 23 mm wirklich verändert
Der IBIS kompensiert 6 Stops Verwacklungsunschärfe. Bei einer Brennweite von 23 mm (entspricht 35 mm im Vollformat) liegt die empirische Mindest-Verschlusszeit ohne Stabilisierung bei 1/35 s. Mit 6 Stops Kompensation sinkt die theoretische Mindest-Verschlusszeit auf etwa 1/0,5 s, also eine halbe Sekunde. In der Praxis erzielen die meisten Fotografen scharfe Freihandaufnahmen zwischen 1/4 s und 1/8 s. Das reicht aus, um in Innenräumen ohne Blitz, abends oder in Museen mit schwachem Licht zu fotografieren.
Ich habe ihn bei Langzeitbelichtungen aus der Hand an nächtlichen Szenen in Vannes getestet. Belichtungen bei 1/4 s liefern bei statischen Motiven in etwa 70 % der Fälle scharfe Ergebnisse. Bei 1/2 s sinkt die Erfolgsquote auf etwa 30 %. Diese Zahlen stimmen mit den von Imaging Resource veröffentlichten Messungen überein. Der IBIS des X100VI ist nicht der beste im APS-C-Markt (die Sony α6700 beansprucht 5 Stops mit kombinierter optischer Kompensation, der X-H2S kündigt 7 Stops in OIS+IBIS-Kombination an), ist aber für den deklarierten Einsatzbereich des Gehäuses ausreichend.
Serienaufnahme und Puffer: die UHS-I-Bremse
Die mechanische Serienaufnahme erreicht 11 fps, die elektronische 20 fps. Der Puffer nimmt 84 RAW-Bilder auf, bevor er langsamer wird. Diese Werte sind für eine Kompaktkamera ordentlich. Das Problem liegt nachgelagert: Der Kartenschlitz ist auf UHS-I beschränkt, dessen theoretische Schreibgeschwindigkeit bei 104 Mo/s gedeckelt ist. Eine unkomprimierte RAW-Datei des X100VI wiegt etwa 80 Mo. Die tatsächliche Schreibgeschwindigkeit in UHS-I ist unzureichend, um den Puffer so schnell zu leeren, wie er sich bei anhaltender elektronischer Serienaufnahme füllt.
Phototrend hat diesen Punkt präzise dokumentiert: Nachdem der Puffer bei elektronischer Serienaufnahme gefüllt ist, kann das Leeren mehrere Sekunden dauern, während derer das Gehäuse teilweise blockiert ist. In der Praxis ist das für Street- oder Reisefotografie kein Problem: Niemand schießt 84 RAW-Bilder in Serie bei einer Straßenszene. Für intensive Event-Reportagen ist das eine echte Einschränkung. Fujifilm hat eine Formatentscheidung getroffen: Der X100VI ist kein Gehäuse für anhaltende Serienaufnahmen.
- Mechanische Serienaufnahme: 11 fps, elektronisch: 20 fps
- RAW-Puffer: 84 Bilder vor Verlangsamung
- UHS-I-Slot: theoretische Schreibgeschwindigkeit 104 Mo/s, unzureichend zum Echtzeit-Leeren des Puffers
- Maximale mechanische Verschlusszeit: 1/4000 s (Einschränkung bei direktem Sonnenlicht bei f/2 ohne ND)
Video: großzügige Spezifikationen, begrenzte Ausdauer
Der X100VI zeichnet in 6K mit 30 fps auf. Das ist eine für eine Kompaktkamera ungewöhnliche Auflösung. Die realen Einsatzbedingungen dämpfen die Begeisterung.
| Max. Auflösung | 6.2K |
|---|---|
| Max. Bildrate | 240 fps |
| Codecs | H.265, H.264 |
| Bittiefe | 10 Bit |
| Log-Profil | Ja |
| Unbegrenzte Aufnahme | Nein |
| Bildstabilisierung (IBIS) | 6 Stufen |
| HDMI-Ausgang | HDMI Micro (Type D) |
| USB-Anschluss | USB-C 10 Gbps |
Auflösung, Codecs und Farbprofile
Die maximale Auflösung beträgt 6K bei 30 fps in H.265 10 Bit. Der Modus 4K bei 60 fps ist ebenfalls verfügbar. Die Log-Aufzeichnung (F-Log2) ist aktiviert, was eine Farbkorrektur in der Nachbearbeitung ermöglicht. Diese Spezifikationen sind mit deutlich sperrigeren Hybridgehäusen vergleichbar. Der H.265-Codec mit 10 Bit bietet einen ausreichenden Farbkorrekturspielraum für den semiprofessionellen Einsatz.
Die Aufzeichnung ist nicht unbegrenzt. Fujifilm nennt keine offizielle Maximaldauer, aber unabhängige Tests (DPReview, Phototrend) weisen auf eine mögliche Überhitzung nach etwa 15 bis 20 Minuten in 6K unter normalen Umgebungsbedingungen hin. In 4K ist die Grenze weiter hinausgeschoben, bleibt aber vorhanden. Für gelegentlichen Videoeinsatz (Reiseclips, kurze Interviews) ist das kein Problem. Für Langzeitvideos oder Außenaufnahmen bei warmem Wetter ist es ein Deal-Breaker.
Videokonnektivität und praktische Grenzen
Der HDMI-Ausgang ist im Micro-HDMI-Format. Dieser Anschluss ist mechanisch empfindlich und für den intensiven professionellen Einsatz wenig geeignet. Der USB Type-C mit 10 Gbps ermöglicht Laden und schnelle Datenübertragung. Es ist nicht bestätigt, ob das Gehäuse als unkomprimierte USB-Kamera (RAW-Webcam) verwendet werden kann. Diese Punkte werden von Fujifilm nicht kommuniziert und wurden in den konsultierten unabhängigen Quellen nicht verifiziert.
Das nur auf einer Achse neigbare Display ist eine Einschränkung für Vlog-Videos. Es lässt sich nicht zur Kamera hin umklappen. Für Solo-Vlogs ist das eine echte Einschränkung. Der X100VI ist nicht für dieses Content-Format konzipiert.
Konnektivität und Akkulaufzeit: die Schwachstellen
Akkulaufzeit und Konnektivität sind zwei Bereiche, in denen der X100VI die Grenzen seines Kompaktformats zeigt.
CIPA-Akkulaufzeit und realer Einsatz
Die CIPA-Akkulaufzeit beträgt 450 Aufnahmen. Die CIPA-Messung ist standardisiert, aber pessimistisch: Sie umfasst Ein-/Ausschaltzyklen und Fokussierungsvorgänge, die keinem kontinuierlichen Einsatz entsprechen. Im realen Einsatz kann ein aktiver Reisefotograf bei deaktiviertem Wi-Fi und Bluetooth 600 bis 700 Aufnahmen pro Ladung erreichen. Das bleibt für einen langen Arbeitstag ohne Ersatzakku unzureichend. Der Akku NP-W126S ist mit den Ladegeräten früherer Fujifilm X-Gehäuse kompatibel, was ein Vorteil ist, wenn Sie bereits Ersatzakkus besitzen.
Das Laden über USB Type-C ist möglich. Das Gehäuse kann während des Betriebs von einer externen Batterie aufgeladen werden, was die geringe Akkulaufzeit auf Reisen teilweise kompensiert. Das ist praktisch, ersetzt aber keinen Ersatzakku in der Tasche.
Wi-Fi, Bluetooth und Datenübertragung
Wi-Fi und Bluetooth sind vorhanden. Die Fujifilm XApp (Nachfolger von Camera Remote) ermöglicht die Bildübertragung auf das Smartphone und die Fernauslösung. Die Bluetooth-Verbindung ermöglicht eine dauerhafte Kopplung für Geotagging über das GPS des Telefons. Der USB Type-C mit 10 Gbps gewährleistet eine schnelle kabelgebundene Übertragung auf den Computer. Diese Funktionen sind im Segment Standard und stellen weder einen besonderen Vor- noch Nachteil gegenüber der Konkurrenz dar.
Im Vergleich zur Konkurrenz: was der X100VI gewinnt und verliert
Der X100VI hat keinen direkten Konkurrenten im Markt der APS-C-Kompaktkameras mit festem Objektiv. Der sinnvolle Vergleich erfolgt mit Wechselobjektiv-Gehäusen desselben Formats und derselben Preisklasse.
Gegenüber der Sony α6700 und der Fujifilm X-E5
Die Sony α6700 (APS-C, 26 MP, 5 Stops IBIS, 759 USD zum Marktstart) ist der am häufigsten genannte Konkurrent. Sie bietet ein leistungsfähigeres AF-System bei schnellen Motiven, ein vollständiges Objektivökosystem und ein besseres Wärmemanagement beim Video. Sie wiegt 493 g ohne Objektiv. Mit einem Sony 24 mm f/2.8 übersteigt das Gesamtgewicht 700 g und der Preis 1.200 EUR. Der X100VI mit 521 g als All-in-one-Lösung bleibt kompakter und einfacher mitzunehmen. Der Dynamikumfang der Sony ist leicht überlegen (11,0 EV gegenüber 10,4 EV), der Unterschied ist in der Praxis aber marginal.
Die Fujifilm X-E5 (2025, 1.549 EUR zum Marktstart) ist der relevanteste interne Konkurrent. Sie teilt denselben 40,2 MP Sensor, akzeptiert alle XF-Objektive und bietet ein schwenkbares Display. Sie ist weniger kompakt als der X100VI und verfügt nicht über einen optischen Hybridsucher. Für Fotografen, die die Flexibilität der XF-Objektive wünschen, ist die X-E5 die beste Alternative im Fujifilm-Ökosystem.
| Daten | Fujifilm X100VIHier getestet | Sony α6700 | Fujifilm X-E5 |
|---|---|---|---|
| Erscheinung | 2024 | 2023 | 2025 |
| Sensor | APS-C | APS-C | APS-C |
| Auflösung | 40.2 MP | 26 MP | 40.2 MP |
| Max. native ISO | 12800 | 32000 | 12800 |
| Dynamikumfang | 10.4 EV | 11 EV | 10.6 EV |
| AF-Felder | 425 | 759 | 425 |
| Serie (elek.) | 20 fps | 11 fps | 20 fps |
| IBIS | 6 stops | 5 stops | 7 stops |
| Max. Video | 6.2K/240p | 4K/120p | 6.2K/240p |
| Wetterfest | Nein | Ja | Nein |
| Dual-SD | Nein | Nein | Nein |
| Gewicht | 521 g | 493 g | 445 g |
| Startpreis | 1799 EUR | 1398 USD | 1549 EUR |
Der X100VI zeichnet sich durch sein All-in-one-Format und den Hybridsucher aus. Die Sony α6700 gewinnt bei AF und Video. Die X-E5 gewinnt bei der Objektivflexibilität.
Der Gebrauchtmarkt: eine glaubwürdige Alternative
Der X100V wird derzeit gebraucht in gutem Zustand für rund 900 bis 1.100 EUR gehandelt. Er bietet dasselbe Objektiv, dasselbe Design, aber ohne IBIS, ohne Wetterschutzversiegelung und mit 26,1 MP. Für Fotografen, die den IBIS nicht benötigen (hauptsächlich Außeneinsatz bei Tageslicht) und die fehlende Wetterschutzversiegelung akzeptieren, bietet der X100V gebraucht ein überlegenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Der neue X100VI für 1.799 EUR rechtfertigt sich hauptsächlich durch IBIS, Wetterschutzversiegelung und die höhere Auflösung. Wenn Sie keinen dieser drei Vorteile nutzen, ist der gebrauchte X100V die rationale Wahl.
Preis und Verfügbarkeit: ein Lieferengpass, der sich auflöst
Der X100VI wurde bei seiner Markteinführung Opfer seines eigenen Erfolgs. Die Lage hat sich normalisiert, aber der Preis bleibt für eine Kompaktkamera mit festem Objektiv hoch.
Der Einführungspreis lag bei 1.799 EUR in Europa. Seit seiner Markteinführung ist das Gehäuse bei den meisten autorisierten Fujifilm-Händlern zum empfohlenen Preis erhältlich. Graumarkt-Händler und nicht autorisierte Wiederverkäufer verlangten während der Engpassphase Aufschläge von 20 bis 40 % über dem empfohlenen Preis. Diese Phase ist vorbei. Ein Kauf zum empfohlenen Preis ist heute ohne übermäßige Wartezeit möglich.
Mit 1.799 EUR ist der X100VI im oberen Segment der Experten-Kompaktkameras positioniert. Die Ricoh GR IIIx (APS-C, 24 MP, 28 mm äquivalent, ohne Sucher, ohne IBIS, ohne Wetterschutzversiegelung) kostet rund 1.000 EUR. Der Preisunterschied von 800 EUR rechtfertigt sich durch IBIS, Wetterschutzversiegelung, Auflösung und Sucher. Wenn Sie keinen Sucher benötigen und die Wetterschutzversiegelung keine Priorität hat, bleibt die Ricoh GR IIIx eine ernsthafte Alternative zu einem deutlich niedrigeren Preis.
Fujifilm X100VI

Fujifilm X100VI schwarz
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Fazit: die beste APS-C-Expertenkompaktkamera – ohne Überraschungen und ohne Wunder
Der X100VI ist ein ausgereiftes Gehäuse. Seine Grenzen sind bekannt, dokumentiert und struktureller Natur. Sie werden durch kein Firmware-Update verschwinden.
Der X100VI vereint erstmals in der X100-Serie die vier Eigenschaften, die seinen Vorgängern abwechselnd fehlten: 40,2 MP, IBIS mit 6 Stops, Wetterschutzversiegelung und AF bis -5 EV. Es ist ein vollständiges Gehäuse für seinen deklarierten Einsatzbereich. Es ist nicht für alle Einsatzbereiche vollständig. Der einzelne UHS-I-Slot, das feste Objektiv, die zeitlich begrenzte Videoaufzeichnung und die CIPA-Akkulaufzeit von 450 Aufnahmen sind Einschränkungen, die Sie vor dem Kauf akzeptieren müssen.
Die Bewertung von 8,2/10 spiegelt ein hervorragendes Gehäuse in seinem Segment wider, mit bewusst eingegangenen Formatkompromissen. Punkte werden abgezogen für Konnektivität (einzelner Slot, UHS-I), Akkulaufzeit und Langzeitvideo. Punkte werden hinzugefügt für Bildqualität, Kompaktheit, Wetterschutzversiegelung und Filmsimulationen. Es ist heute die Referenz unter den APS-C-Expertenkompaktkameras. Es gibt keinen direkten Konkurrenten, der alle seine Qualitäten im gleichen Format vereint.
Häufige Fragen
Ist der Fujifilm X100VI wetterfest versiegelt?▾
Ja. Der X100VI ist das erste Gehäuse der X100-Serie mit vollständiger Wetterschutzversiegelung. Fujifilm nennt keinen konkreten IP-Wert, aber der Hersteller bestätigt die Spritzwasser- und Staubbeständigkeit. Der X100V war nativ nicht wetterfest: Er benötigte ein aufgeschraubtes Schutzfilter für einen minimalen Schutz. Dieser Unterschied ist eine der wichtigsten Rechtfertigungen für den höheren Preis des X100VI gegenüber seinem Vorgänger.
Was ist der Unterschied zwischen dem X100VI und dem X100V?▾
Der X100VI bringt vier wesentliche Verbesserungen gegenüber dem X100V: einen 40,2 MP Sensor (gegenüber 26,1 MP), IBIS mit 6 Stops (beim X100V nicht vorhanden), native Wetterschutzversiegelung (beim X100V nicht vorhanden) und ein verbessertes AF-System mit Augen-Erkennung bis -5 EV. Design, Abmessungen und das 23 mm f/2 Objektiv bleiben identisch. Der X100V wird gebraucht für rund 900 bis 1.100 EUR gehandelt, gegenüber 1.799 EUR neu für den X100VI. Wenn Sie IBIS und Wetterschutzversiegelung nicht benötigen, bleibt der gebrauchte X100V eine rationale Wahl.
Ist der Fujifilm X100VI für Video geeignet?▾
Teilweise. Der X100VI zeichnet in 6K bei 30 fps in H.265 10 Bit mit Log auf. Das ist eine großzügige Auflösung für eine Kompaktkamera. Die Aufzeichnung ist jedoch nicht unbegrenzt: Eine Überhitzung kann nach 15 bis 20 Minuten in 6K unter normalen Bedingungen auftreten. Das neigbare Display lässt sich nicht zur Kamera hin umklappen, was Solo-Vlogs ausschließt. Für gelegentlichen Videoeinsatz (Reiseclips, kurze Interviews) ist der X100VI geeignet. Für Langzeitvideos oder Vlogs ist er nicht das richtige Werkzeug.
Kann man den Fujifilm X100VI mit einem Wechselobjektiv verwenden?▾
Nein. Der X100VI ist eine Kompaktkamera mit festem 23 mm f/2 Objektiv. Das Objektiv ist nicht wechselbar. Fujifilm bietet optische Adapter (Weitwinkel und Telekonverter) an, die auf das Objektivgewinde geschraubt werden, aber sie verändern die Brennweite, ohne die Hauptoptik zu ersetzen. Wenn Brennweitenflexibilität eine Priorität ist, akzeptieren die Fujifilm X-E5 oder die X-T30 III alle XF-Objektive und sind direkte Alternativen im Fujifilm-Ökosystem.
Welche Speicherkarte sollte man für den Fujifilm X100VI wählen?▾
Der X100VI verfügt über einen einzelnen SD-Slot, der mit UHS-I kompatibel ist. Die maximale theoretische Schreibgeschwindigkeit in UHS-I beträgt 104 Mo/s. Wählen Sie eine UHS-I V30 oder U3 Karte mit einer minimalen Schreibgeschwindigkeit von 30 Mo/s, um Verlangsamungen bei Serienaufnahmen zu vermeiden. UHS-II-Karten sind nicht kompatibel und bringen keinen Vorteil. Planen Sie eine Karte mit großer Kapazität (mindestens 128 GB) ein, angesichts der Dateigröße der 40,2 MP RAW-Dateien (etwa 80 Mo pro unkomprimiertem Bild).
Ist der Fujifilm X100VI seinen Preis von 1.799 EUR wert?▾
Ja, für den Einsatzbereich, für den er konzipiert ist. Mit 1.799 EUR ist der X100VI die einzige APS-C-Kompaktkamera mit festem Objektiv, die Wetterschutzversiegelung, IBIS mit 6 Stops, 40,2 MP und einen Hybridsucher kombiniert. Kein Konkurrent vereint diese vier Eigenschaften in diesem Format. Wenn Sie eine Expertenkompaktkamera für Reise und Street mit einem Budget von 1.800 EUR suchen, gibt es keine direkte Alternative. Wenn Ihr Budget knapper ist, sind der X100V gebraucht (900 bis 1.100 EUR) oder die Ricoh GR IIIx (1.000 EUR) glaubwürdige Alternativen mit anderen Kompromissen.
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